Hamburger Kraftwerksbetreiber CEE will im Ausland wachsen

Unternehmen verwaltet 400 Millionen Euro an Kundengeldern

Hamburg. Die Hamburger Firma CEE, Tochter des Bankhauses Lampe, ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Das Unternehmen, das Windparks, Fotovoltaik- und Biogasanlagen finanziert und managt, vergrößerte sein Kraftwerksportfolio von 264 auf 328 Megawatt (MW). In diesem Jahr können rund 122.000 Vierpersonenhaushalte mit dem Strom von CEE beliefert werden. Allein 2013 investierte das Unternehmen 125 Millionen Euro.

„Wir verwalten 400 Millionen Euro an Kundengeldern, die wir in Sachwerte, derzeit vornehmlich in Energieinfrastrukturprojekte, investieren“, sagt CEE-Chef Detlef Schreiber. „Mit diesem Eigenkapital haben wir bisher Investitionen von knapp einer Milliarde Euro gestemmt. Damit gehören wir zu den größten unabhängigen Kraftwerksinvestoren in Europa, die ausschließlich Grünstrom produzieren.“

Schon jetzt verkauft CEE Strom an Stadtwerke und größere Versorger

Der Umsatz betrug im Vorjahr 49,8 Millionen Euro, für 2014 erwartet die CEE-Gruppe 77,9 Millionen. Das Unternehmen profitiert davon, dass vor allem in Deutschland das Risiko für die Errichtung solcher Anlagen wegen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes niedrig ist. Über 20 Jahre lang werden neue Anlagen finanziell unterstützt. Zu den Investoren der Firma gehören institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Versorgungswerke. 2013 konnte CEE sechs weitere Projekte realisieren, darunter drei neue Solarparks in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zudem wurden drei Windparks übernommen. „Wir zeigen mit dem konsequenten Aufbau unseres Portfolios, dass wir nachhaltig wachsen und renditestarke Projekte realisieren können“, sagt Schreiber.

CEE sei auch als Partner für Stromversorger attraktiv, die sich mit der wachsenden Kundennachfrage nach regenerativer Energie neu aufstellen müssen. Schon jetzt verkauft das Unternehmen Teile seines Stroms an Versorger. „Wir werden weiterhin einen Schwerpunkt im Bereich erneuerbare Energien haben und glauben auch mit einem novellierten EEG weiterhin auskömmliche Renditen erwirtschaften zu können.“ Für 2014 erwartet Schreiber spürbare Auswirkungen der EEG-Reform auf das Angebot von Wind-, Fotovoltaikparks und Biomasseanlagen.

Derzeit zählt das Unternehmen 30 Mitarbeiter, bis Jahresende sollen es laut Schreiber 35 werden. 90 Prozent des Portfolios von CEE befinden sich in Deutschland. Das soll sich ändern. „Wir interessieren uns für Anlagen in Frankreich und Großbritannien“, sagt er. Um sich breiter aufzustellen, hat CEE im vergangenen Jahr eine Tochter gegründet, die sich vornehmlich auf Waldinvestments in den USA spezialisiert und 2014 einen ersten Fonds auflegt.