23 Millionen Euro für Xing-Aktionäre

Hamburger Business-Netzwerk verzeichnet kräftiges Wachstum. Neue Mitarbeiter gesucht

Hamburg. Gute Nachrichten für die Anteilseigner von Xing: Das stark wachsende Karrierenetzwerk aus Hamburg schlachtet für den Haupteigner Burda und die übrigen Aktionäre sein Sparschwein. Das Onlineunternehmen will seine Dividende kräftig anheben und insgesamt mehr als das Doppelte dessen ausschütten, was im vergangenen Jahr an Gewinn erwirtschaftet wurde. Die Aktie stieg am Dienstag auf den höchsten Wert seit dem Börsengang: Der Titel legte um acht Prozent auf mehr als 91 Euro zu und war damit größter Gewinner im Technologieindex TecDax. Das Businessnetzwerk war 2003 von dem Hamburger Lars Hinrichs gegründet worden, 2006 an die Börse gegangen und im September 2011 in den TecDAX aufgestiegen.

Der Überschuss des Unternehmens kletterte nach Firmenangaben im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf knapp elf Millionen Euro. Die Aktionäre sollen 23 Millionen Euro bekommen. Das Hamburger Onlineportal mit weltweit 500 Mitarbeitern unterstützt berufliche und geschäftliche Kontakte und hat dazu Angebote für Personalsuche und Stellenvermittlung entwickelt. Einfache Mitgliedschaften sind kostenlos, für die Suche nach Personen und andere Dienstleistungen zahlen die Nutzer einige Euro im Monat.

Xing habe genug flüssige Mittel und könne deshalb die Zahlung stemmen, ohne seine Wachstumsstrategie zu verändern, erklärte Vorstandschef Thomas Vollmoeller. Neben einer Dividendenerhöhung auf 62 Cent je Aktie von 56 Cent im Vorjahr ist eine Sonderzahlung von 3,58 Euro je Anteilsschein geplant.

Für das kommende Jahr plant die Firma ein ungebremstes Wachstum

Xing gewinnt nicht nur immer mehr Berufstätige für kostenpflichtige Mitgliedschaften, sondern verkaufte im vergangenen Jahr auch vielen Arbeitgebern Angebote zur Mitarbeitersuche (E-Recruiting). Deshalb stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 85 Millionen Euro, die Zuwächse beschleunigten sich von Quartal zu Quartal. „Für das kommende Jahr rechnen wir mit weiterhin ungebremstem Wachstum“, sagte Vollmoeller, der seit 2012 im Amt ist und zuvor Vorstandschef der Schweizer Logistik-Holding Valora war.

Xing ködert neuerdings viel beschäftigte Kunden mit einem Lebensmittel-Lieferdienst der Supermarktkette Rewe und Geschäftsreisende mit Büroarbeitsplätzen in fremden Städten. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen zudem Aussehen und Funktionen seines Internetauftritts neu gestaltet. Der Medien- und Onlinekonzern Burda hält 52 Prozent an dem deutschen Rivalen des mit 277 Millionen Nutzern weltweit größten Karrierenetzwerks LinkedIn. Xing kommt auf gut 14 Millionen Mitglieder und sieht sich in den deutschsprachigen Staaten mit sieben Millionen Nutzern als Marktführer. Knapp 839.000 Nutzer seien im vergangenen Jahr hinzugekommen.

Die steigenden Nutzerzahlen wirken sich auch auf Hamburg aus: Für den Firmensitz am Gänsemarkt mit gut 400 Beschäftigten sucht Xing neue Mitarbeiter, etwa Software-Ingenieure und Poduktmanager.