Hamburger Handel leidet unter „falschem Wetter“

Bundesweit sind Umsätze im Weihnachtsgeschäft um 2,4 Prozent gesunken

Hamburg. Der deutsche Einzelhandel hat im Weihnachtsgeschäft einen überraschend kräftigen Rückschlag erlitten. Die Umsätze gingen im Dezember preisbereinigt um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Auch der Handelsverband HDE zeigte sich enttäuscht: Nach seinen Berechnungen stieg der Umsatz im November und Dezember mit 79,8 Milliarden Euro nur um 0,3 Prozent. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet der Einzelhandelsverband nur ein Umsatzplus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2014 prognostizieren die Geschäftsleute ein nominales Plus von 1,5 Prozent, real werde das Vorjahresergebnis „bestenfalls leicht übertroffen“.

Im Hamburger Einzelhandel laufen die Geschäfte unterdessen „ganz ordentlich, aber nicht wirklich gut“, fasst der Geschäftsführer Wolfgang Linnekogel die Stimmung zusammen. Das Hauptproblem sei die Witterung. „Wir hatten immer ein falsches Wetter.“ So habe der eiskalte Winter, der im vergangenen Jahr bis März für Schnee sorgte, dazu geführt, dass sich die Frühjahrskollektion nur schwer verkaufen ließ. Die zu warmen Temperaturen im November und Dezember hatten wiederum zur Folge, dass warme Bekleidung in den Regalen liegen geblieben war. „Als es jetzt im Januar klirrend kalt wurde, wurden bereits viele warme Kleidungsstücke zu 50 Prozent günstiger verkauft, sodass die Händler daran kaum verdienten“, so Linnekogel.

Auch der Winterschlussverkauf laufe nicht mit großer Euphorie. In der City sei trotz großer Rabatte derzeit weniger los als üblich. Möglicherweise bestellten mehr Menschen an kalten Tagen ihr Produkte lieber im Internet, spekuliert Linnekogel. Viele Verbraucher hätten angesichts gestiegener Kosten zudem auch weniger Geld zum Ausgeben zur Verfügung.