Chef der Deutschen Bank trauert um engen Vertrauten

London. Schwerer Schlag für Anshu Jain: Ein langjähriger Weggefährte des Deutsche-Bank-Chefs ist am Sonntag tot in seiner Londoner Wohnung gefunden worden. Der 58 Jahre alte William Broeksmit hatte bis vor einem Jahr als hochrangiger Risikomanager für die Deutsche Bank gearbeitet und war dann vorzeitig in Ruhestand gegangen. 2012 hatte ihn Jain sogar in den Vorstand holen wollen, war aber am Widerstand der Finanzaufsicht BaFin gescheitert. Der Amerikaner hat sich offenbar das Leben genommen: Die Londoner Polizei sagte zu dem Fall, sie sei zu einem Haus im Nobelstadtteil South Kensington gerufen worden und habe dort einen 58 Jahre alten Mann erhängt aufgefunden. Sie schloss Fremdverschulden aus.

Die Deutsche Bank äußerte sich nicht zu den Hintergründen von Broeksmits Tod. Jain würdigte ihn als „engen Freund und Kollegen, von dessen Intellekt und Klugheit viele profitiert haben“. Broeksmit und Jain hatten in den 1990er-Jahren bei der US-Investmentbank Merrill Lynch zusammengearbeitet. 1996 wechselte Broeksmit zur Deutschen Bank.

Im vergangenen Jahr sorgte bereits der Selbstmord des Finanzvorstands des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich, Pierre Wauthier, für Schlagzeiten. Dieser hatte in einem Abschiedsbrief schwere Vorwürfe gegen Verwaltungsratschef Josef Ackermann erhoben – Jains Vorgänger bei der Deutschen Bank. Ackermann gab seinen Posten daraufhin auf. Eine Untersuchung der Schweizer Finanzmarktaufsicht entlastete Ackermann später von dem Vorwurf, Wauthier unangemessen unter Druck gesetzt zu haben.