Börsenwoche

Anlegern wird die Luft zu dünn

Während es noch in der Vorwoche so aussah, als wäre es nur eine Frage von Tagen, bis der Deutsche Aktienindex (DAX) die Schwelle von 10.000 Punkten erstmals in seiner Geschichte erreicht, hat der Markt in der zurückliegenden Woche an Schwung verloren. Am Donnerstag und am Freitag rutschten die Kurse deutlich ab.

Eine enttäuschende Jahresbilanz der Deutschen Bank und schwache Konjunkturdaten aus China hatten dem deutschen Aktienmarkt schon den Start in die Woche verhagelt. Dennoch gelang es dem DAX am Dienstag, sich noch einmal auf ein neues Allzeithoch von 9794 zu schwingen. Aber dann wurde den Anlegern die Luft wohl offenbar doch zu dünn, Gewinnmitnahmen setzten ein. Sie trieben den Leitindex sogar unter die Marke von 9500 Punkten.

Viele Beobachter sehen dies allerdings als eine gesunde Entwicklung nach dem jüngsten Gipfelsturm und als Gelegenheit, auf einem etwas niedrigeren Kursniveau wieder zuzugreifen. Mittelfristig sei mit weiter steigenden Kursen zu rechnen.

Auf Wochensicht hat der DAX bis zum späten Freitagnachmittag um 2,8 Prozent nachgegeben. Unter den Hamburger Titeln rauschten Anteilsscheine des Windkraftanlagenbauers Nordex um 15 Prozent nach unten. Die Aktie leidet unter den Plänen des neuen Bundeswirtschafts- und Energieministers Sigmar Gabriel (SPD), die deutliche Einschnitte bei der Ökostromförderung vorsehen. Papiere der Biotechfirma Evotec schwächten sich um sieben Prozent ab. Zuvor hatte der Kurs in der ersten Januarhälfte um knapp ein Viertel zugelegt.

Gegen die Tendenz verteuerten sich Aktien der TAG Immobilien auf Wochensicht um knapp zwei Prozent. Einem Magazinbericht zufolge will das Unternehmen den Finanzvorstand austauschen. Papiere der in Deutschland führenden Optikerkette Fielmann kletterten um 1,4 Prozent.