Kommentar

Vorbild für die Energiewende

Olaf Preuß

Noch ist nicht klar, wie die Energiewende in Deutschland weiter verlaufen wird. Der Bildung einer Großen Koalition aus Union und SPD müssen zunächst die SPD-Mitglieder zustimmen. Dann wird es mindestens bis zum Sommer dauern, bis das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert wird, die rechtliche Grundlage für die Förderung etwa von Strom aus Windkraft- und Solaranlagen.

Die Signale aus dem Norden sind deshalb besonders wichtig. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) wie auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) machten am Mittwoch deutlich, dass Norddeutschland beim Umbau der Energieversorgung vorangehen wird. Klar ist: Nur durch regionale Kooperation über Landesgrenzen hinweg kann dieses große Vorhaben weitergebracht werden. Und klar ist auch: Die deutschen Küstenländer haben die entscheidenden Ressourcen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen – ein reiches Angebot vor allem an Windkraft, die nötige Infrastruktur zur Speicherung von Energie, exzellente Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstitute, die moderne Stromnetze und noch effektivere Kraftwerke für eine regenerative Energiegewinnung entwickeln.

Teilnehmer der Klimakonferenz in Warschau berichteten, dass die deutsche Energiewende weltweit als Leuchtturmprojekt betrachtet wird, in einem internationalen Umfeld, das auch nach mehr als zwei Jahrzehnten Verhandlungen keine greifbaren Ergebnisse für einen besseren Klimaschutz zustande bringt. Der Motor dieser Energiewende ist der Norden.

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