Thalia setzt noch stärker auf Verkauf elektronischer Lesegeräte

Buchhändler baut Shop-in-Shop-Bereiche für neue Technik aus

Hamburg. Der Buchhändler Thalia setzt auf Zusatzumsätze durch den Verkauf von elektronischen Lesegeräten. An elf Standorten hat die Kette Shop-in-Shop-Bereiche mit Teststationen für die Lesegeräte eingerichtet. Auch in der Thalia-Buchhandlung in der Spitaler Straße finden die Kunden ein deutlich ausgebautes Angebot zum Thema Digitales Lesen.

Hintergrund der umfangreichen Umbaumaßnahmen bei dem Unternehmen ist die zunehmende Beliebtheit von mobilen Lesegeräten und der damit verbundene Beratungsbedarf der Kunden. Bereits sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland besitzen ein elektronisches Lesegerät. Von diesen vier Millionen Menschen mit eReader sind 65 Prozent weiblich.

Thalia hatte vor einiger Zeit zusammen mit den Konkurrenten Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann sowie der Deutschen Telekom mit dem E-Reader Tolino Shine ein Konkurrenzprodukt zu Amazons Kindle auf den Markt gebracht. Die Umsätze mit E-Books seien seit Oktober 2012 im dreistelligen Prozent-Bereich gestiegen, sagte kürzlich Thalia-Chef Michael Busch in Hagen. Im Bestsellerbereich werden bei Thalia bereits 50 Prozent der Umsätze durch eBooks erzielt. In Hamburg bietet bereits jede Filiale mehr oder weniger große eReader-Stationen an. Auch der Onlinekanal verzeichne ein zweistelliges Wachstum, sagte Busch.

Thalia experimentiert derzeit mit mehreren Sortimentserweiterungen, um die Erlöse anzukurbeln. Neben den eReadern sollen Wohn- und Küchen-Accessoires, Spielzeug und Saisonartikel zu Ostern oder Weihnachten die Läden auslasten. Mit knapp 300 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Thalia im deutschsprachigen Raum Marktführer im Sortimentsbuchhandel, hat sich aber zugleich mit besonders großflächigen Geschäften übernommen und will 20 Läden schließen. Zum 31. Januar schließt daher auch die Thalia-Filiale Große Bleichen für immer die Türen. Thalia, 1919 in Hamburg im Gebäude des Thalia Theaters gegründet, gehört seit 2001 zur Douglas Holding AG und wird seither aus Hagen geführt.