VW investiert 102 Milliarden Euro

Aufsichtsrat des Autobauers genehmigt Summe für Modernisierung und neue Technologien

Wolfsburg. Europas größter Autobauer Volkswagen will auf seinem Weg an die Weltspitze bis zum Jahr 2018 gut 84 Milliarden Euro in moderne Standorte und Technologien stecken. Inklusive China, wo VW mit Partnern unterwegs ist und das Geld gemeinsam ausgibt, steigt die Gesamtsumme sogar auf gut 102 Milliarden Euro an. Damit ergibt sich pro Jahr ein Teilbetrag von rund 20 Milliarden Euro. Diese Planungen billigte der VW-Aufsichtsrat am Freitag in Wolfsburg bei seiner jährlichen Etatberatung, wie VW berichtete. VW-Chef Martin Winterkorn sagte laut Mitteilung: „Ich bin überzeugt: Dies wird uns die nötige Schubkraft auf dem Weg an die Spitze geben.“ Die Wolfsburger wollen bis 2018 weltgrößter Autobauer werden, derzeit ist dies Toyota.

Ende 2012 hatte VW bekannt gegeben, binnen drei Jahren (2013 bis 2015) 50,2 Milliarden Euro Investitionen in den Autobereich zu stecken. Ein Vergleich mit der neuen Summe von 84,2 Milliarden Euro ist schwierig. Aber rechnerisch auf Basis des alten Dreijahresplans hätte sich bei konstantem Tempo für die fünf Jahre ein Betrag von 83,7 Milliarden Euro ergeben – VW liegt nun also leicht darüber.

Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hatte der Konzern Disziplin bei den Kosten angemahnt und auf die anhaltende Absatzkrise in Europa verwiesen. Dem trägt die neue Etatplanung nun auch Rechnung: Die sogenannten Sachinvestitionen etwa in Anlagen und Gebäude liegen mit 63,4 Milliarden Euro im Jahresdurchschnitt rund eine halbe Milliarde Euro unter der im Vorjahr verabschiedeten Dreijahresplanung.

Zur Erklärung sagte Winterkorn: „In Zeiten wie diesen bleibt unsere konsequente Kosten- und Investitionsdisziplin ein Grundpfeiler unseres Handelns.“ Der leicht sinkende Betrag hänge unter anderem damit zusammen, dass Bauprojekte wenn möglich verschoben werden. Ein generelles Sparprogramm, wie es andere Autobauer aufgelegt haben, denen es deutlich schlechter geht, plant die Konzernspitze nicht. Zuletzt hatte der Konzern Barmittel von 16,6 Milliarden Euro auf der hohen Kante.