Reicher Russe bietet offenbar für RWE-Tochter Dea

Frankfurt/Dubai. Der russische Milliardär Michail Fridman steigt Insidern zufolge in das Rennen um das Öl- und Gasförderunternehmen RWE Dea ein. Ein von Fridman geführtes Konsortium bereite ein Angebot vor, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Fridman greife dabei auf sein Investmentvehikel L1 Energy zurück, sagte ein weiterer Insider. RWE-Chef Peter Terium hatte im Frühjahr die Tochter Dea zum Verkauf gestellt. Der Wert des Unternehmens wird auf bis zu fünf Milliarden Euro geschätzt. RWE lehnte eine Stellungnahme ab, von Fridman war zunächst keine zu erhalten. An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Gewinnerliste im Deutschen Aktienindex (DAX) führte RWE an. Die Aktien verteuerten sich bis zum Nachmittag um 3,4 Prozent auf 28,51 Euro.

Reuters hatte kürzlich von Insidern erfahren, dass RWE potenzielle Käufer aufgefordert hat, bis Weihnachten Gebote einzureichen. Interesse hatte bereits die BASF-Tochter Wintershall angemeldet. Finanzkreisen zufolge ist auch der US-Finanzinvestor KKR mit der Kuwait Foreign Petroleum Exploration (Kufpec) im Rennen. RWE-Chef Terium hatte einen Abschluss für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. RWE Dea mit Sitz in Hamburg ist in 14 Ländern vertreten, darunter Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Ägypten und beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Im vergangenen Geschäftsjahr fuhr die RWE-Tochter einen Betriebsgewinn von 685 Millionen Euro ein – gut ein Zehntel des Konzerngewinns.

( (rtr) )

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