Nordmetall-Präsident Kramer soll heute Arbeitgeberchef werden

Berlin/Hamburg. Neuer Spitzenmann beim mächtigen Arbeitgeberverband BDA: Nach 17 Jahren zieht sich Dieter Hundt, 75, vom Präsidentenposten zurück – Nachfolger soll der Nordmetall-Präsident Ingo Kramer, 60, aus Bremerhaven werden. Seine Wahl am heutigen Montag in Berlin gilt als sicher. Anschließend wird Hundt von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) für seine Verdienste mit einem festlichen Empfang geehrt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will eine Rede halten.

Kramer gilt als Manager mit Bodenhaftung, der sich besonders um die Ausbildung junger Leute kümmert. „Ich bin nicht der Typ Workaholic, der denkt, dass es ohne ihn nicht geht“, sagte er 2007 zu seinem Antritt als Präsident beim Arbeitgeberverband Nordmetal, der rund 250 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen vertritt. Kramer leitet in Bremerhaven eine Firmengruppe, die an zwei Standorten in Norddeutschland Anlagen für Industrie und Schiffbau fertigt. Mit der See kennt er sich aus. Wenn er nicht geschäftlich unterwegs ist, rettet er Schwimmer oder gekenterte Seeleute aus dem Wasser: Seit 2010 sitzt Kramer ehrenamtlich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und packt auf der Rettungsstation in Bremerhaven regelmäßig selbst mit an.

Auch in seinem Familienbetrieb erledigt Kramer, der 1982 in die Geschäftsführung einstieg, vieles selbst – und reist dafür schon mal bis in die Antarktis für einen Besuch bei der Polarforschungsstation, an deren Bau sein Unternehmen beteiligt war. Sein Großvater hatte die Firma 1901 als Kupferschmiede gegründet. Heute setzt die international tätige Gruppe jährlich etwa 35 Millionen Euro um. Der Funktionärsjob ist für Kramer keine riesige Umgewöhnung: Neben seiner Tätigkeit als Metallarbeitgeber-Chef im Norden und Schatzmeister bei Gesamtmetall auf Bundesebene gehört er auch bereits seit 2003 dem Präsidium des BDA an. Außerdem ist er Vorsitzender der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, die junge Menschen fördert.