Sinkende Benzinpreise drücken Inflationsrate auf 1,2 Prozent

Wiesbaden. Fallende Preise an den Zapfsäulen haben die Inflationsrate im Oktober überraschend auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr gedrückt. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt nur noch 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Verglichen mit September sanken die Lebenshaltungskosten sogar um 0,2 Prozent. „Inflationsdruck ist immer noch kaum zu finden“, sagte dementsprechend Analyst Carsten Brzeski von der ING Bank. „Dämpfend wirkten vor allem die niedrigen Preise für Kraftstoffe“, ergänzte ein Vertreter der Behörde.

Dadurch verbilligte sich Energie um 0,5 Prozent. Benzin kostet nach Angaben des ADAC derzeit so wenig wie seit Januar 2012 nicht mehr. Ein Liter Super E10 sei im bundesweiten Schnitt für 1,497 Euro zu haben und damit um 2,3 Cent günstiger als in der Vorwoche, erklärte die Autofahrer-Lobby. Nahrungsmittel verteuerten sich dagegen erneut überdurchschnittlich: Sie kosteten 4,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,5 Prozent. Sie soll 2014 wegen der anziehenden Konjunktur auf 1,8 Prozent steigen. In der Euro-Zone liegt die Inflation – nicht zuletzt wegen der noch mauen Konjunktur – nur bei 1,1 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Christian Schulz von der Berenberg Bank geht davon aus, dass sich die Inflationsraten in den Euro-Ländern allmählich stabilisieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten von knapp zwei Prozent von stabilen Preisen.