Zwei Millionen Vodafone-Kunden ausgespäht

Kriminelle erbeuten Adressen, Namen und Kontonummern. Staatsanwalt ermittelt

Frankfurt. Der Mobilfunkanbieter Vodafone ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Der Täter sei in die Rechner eingedrungen und habe unter anderem Daten zu Namen, Adressen, Bankleitzahlen und Kontonummern gestohlen, teilte Vodafone Deutschland am Donnerstag mit. Betroffen seien zwei Millionen Kunden der Deutschland-Tochter des britischen Konzerns. „Sicher ist, dass er keinen Zugang zu Kreditkarten-Daten, Passwörtern, PIN-Nummern, Mobiltelefonnummern oder Verbindungsdaten hatte“, betonte Vodafone. Die betroffenen Kunden würden per Brief informiert.

„Dieser Angriff war nur mit hoher krimineller Energie sowie Insiderwissen möglich und fand tief versteckt in der IT-Infrastruktur des Unternehmens statt“, erklärte der Konzern. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt bereits gegen einen Tatverdächtigen. Beamte hätten ein Haus durchsucht, erklärte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann. Branchenkreisen zufolge handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen System-Administrator eines Dienstleisters.

Nach der Einschätzung von Vodafone ist es für den Täter kaum möglich, mit den gestohlenen Daten direkt auf die Bankkonten der Betroffenen zuzugreifen. Allerdings könnten die erbeuteten Daten dazu dienen, spätere Hackerangriffe auf einzelne Personen zu erleichtern. Deshalb sollten die Kunden besonders vorsichtig sein, wenn sie per E-Mail oder Telefon zur Herausgabe von persönlichen Informationen wie PIN-Nummern oder Kreditkartendaten aufgefordert würden.

Nach der Einschätzung eines Sicherheitsexperten erreicht der Hacker-Angriff eine in Deutschland noch nie da gewesene Dimension: „Das könnte einer der größten Fälle von Diebstahl privater Daten deutscher Kunden werden“, sagte Mikko Hypponen, Forschungschef der Internet-Sicherheitsfirma F-secure. Der Angriff betreffe ausschließlich Deutschland, wo Vodafone 32,4 Millionen Mobilfunk-Kunden hat. Die Ermittler arbeiten eng mit Vodafone zusammen.