Kommentar

Offene Fragen beim E-Auto

Nun sollen sie also den Markt aufrollen – die Elektrofahrzeuge. Nicht länger setzen die Hersteller auf kleinste E-Fahrzeuge, die maximal Platz für zwei Personen und eine Kiste Mineralwasser bieten. Das E-Auto soll raus aus der Nische, rein in den vielfältigen Massenmarkt. Mehr als ein Dutzend neuer reiner Elektromodelle sind bis 2014 geplant. Doch es gibt mehr offene als beantwortete Fragen bei dieser Technologie. Auf der Fahrt in das Elektro-Zeitalter ruckelt es gewaltig. Die Reichweiten sind viel zu gering, die Ladezeiten häufig zu lang, die Preise noch immer viel zu hoch. Ein flächendeckendes Netz von Ladestationen und Werkstätten fehlt ebenso wie die eindeutige Antwort auf die Frage: Wer haftet eigentlich, wenn der nachgerüstete Stromanschluss im eigenen Haus beim Ladevorgang nicht richtig funktioniert und Schäden am Fahrzeug oder gar an der eigenen Immobile anrichtet?

Politik und Autoindustrie bleiben zu viele Antworten schuldig. Ein wenig erinnert das konzeptlose Basteln an den Autos der Zukunft an den Umbau des Energiestandorts Deutschland. Auch hier drehen sich Windräder im Meer, die wegen fehlender Anschlüsse und Leitungen keinen Strom an Haushalte liefern.

Die automobile Zukunft wird noch lange Zeit eine vielfältige sein, in der reine E-Fahrzeuge ein Nischendasein führen werden. Zunächst sollten die Hersteller ihre Benzin- und Dieselmotoren sparsamer machen und ihre Hybridtechnologie (Verbrennungs- und Elektromotoren in einem Auto) perfektionieren. Hier wartet noch genug Arbeit auf BMW und Co.