Windrad soll Strombedarf auf Containerterminal decken

Eurogate will Energieverbrauch und Schadstoffausstoß senken

Hamburg. Im Hafen dreht sich eine neue Landmarke: Der Containerterminal Eurogate hat am Mittwoch ein knapp 200 Meter hohes Windrad in Betrieb genommen. Die Anlage steht mitten auf dem Terminal und soll die Umschlagsanlagen mit Strom versorgen. Es wird keine Energie ins öffentliche Netz gespeist. Eurogate ist das erste Terminalunternehmen weltweit, das sich selbst mit Windenergie versorgt.

Das Windrad hat eine Leistung von 2,4 Megawatt und soll 8,7 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von 2500 Haushalten. Die riesigen Hafenanlagen von Eurogate verbrauchen natürlich mehr, aber: „Wir sind damit in der Lage 30 bis 50 Prozent des Energiebedarfs am Terminal zu decken“, sagt Emanuel Schiffer, Vorsitzender der Eurogate-Geschäftsführung. Der liegt bei durchschnittlich 20 Millionen Kilowattstunden im Jahr.

Ziel sei es, sich von den aktuellen Preisentwicklungen am Strommarkt so weit es geht, unabhängig zu machen. „Mit dem Windrad auf dem Terminal haben wir keinen Durchleitungsverlust, zahlen keine Netzgebühren und entlasten das Netz insgesamt“, so Schiffer. 4,8 Millionen Euro investierte Eurogate in die Anlage. Beim derzeitigen Strompreis amortisiert sich diese Investition in sieben Jahren.

Um sich noch weiter vom allgemeinen Strommarkt abzukoppeln, baut Eurogate zusammen mit E.on Hanse ein Blockheizkraftwerk, welches 2014 in Betrieb genommen wird und weitere sechs Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Die dabei anfallende Wärme wird komplett ins Fernwärmenetz von E.on Hanse gespeist.

Mit der Einführung eines Energiemanagementsystems geht Eurogate noch weiter. Dazu wird der Energieverbrauch aller Unternehmensbereiche überwacht und durch Einsparmaßnahmen verringert – von den Lichtern an den Containerbrücken bis zum Dieselverbrauch der Fahrzeuge.

Ziel ist es, den Energieverbrauch pro Container bis 2020 um 20 Prozent und den Ausstoß von Kohlendioxid sogar um 25 Prozent zu senken. „Wir wollen keine Kilowattstunde mehr verschwenden. An diesem Ziel arbeitet die ganze Organisation“, sagt der Umweltbeauftragte Tom Eckelmann. )