Daimler macht Gewinnsprung

Verkauf der EADS-Anteile hilft. Ergebnis der Marke Mercedes-Benz bricht allerdings ein

Stuttgart. Die deutsche Automobilbranche hat die Krise in West-Europa offenbar weitgehend überwunden. „Wir gehen mit Rückenwind in die zweite Hälfte dieses Jahres. In West-Europa dürfte die Talsohle erreicht sein. Ich gehe davon aus, dass die Märkte dort wieder anziehen“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen. Auch beim Verband der Automobilindustrie (VDA) hieß es: „Wir rechnen damit, dass sich im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung der Situation im westlichen Europa einstellt.“

Der Autokonzern Daimler hat in der ersten Jahreshälfte einen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Euro eingefahren. Unterm Strich verdiente Daimler 5,15 Milliarden Euro, das sind 72 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Haupttreiber für den Gewinnsprung sei eine Neubewertung und der Verkauf der Anteile Daimlers am Europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS im zweiten Quartal von April bis Juni gewesen. Der Verkauf sei mit 3,2 Milliarden Euro in das Ergebnis eingeflossen.

Insgesamt habe Daimler im zweiten Quartal einen Gewinn von 4,58 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einem Plus von 193 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal mit 1,57 Milliarden Euro entsprach, wie der Konzern mitteilte. Im laufenden Geschäft fuhr Daimler im zweiten Quartal in verschiedenen Geschäftsbereichen jedoch deutlich schlechtere Ergebnisse ein als im Vorjahreszeitraum, wie aus den Zahlen des Unternehmens hervorging.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz sank um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,04 Milliarden Euro. Das Ergebnis aus dem Geschäft mit Lastwagen fiel 17 Prozent schlechter aus und lag bei 434 Millionen Euro. Unterm Strich aber verkaufte Daimler von April bis Juni sechs Prozent mehr Fahrzeuge.

Für das zweite Halbjahr rechne das Unternehmen aufgrund neuer Modelle, der Wirkung von Sparprogrammen und der erwarteten Nachfrage in wichtigen Märkten „eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Niveau der ersten Jahreshälfte“, erklärte Konzernchef Dieter Zetsche. Die Fahrzeugverkäufe des Konzerns lägen im Gesamtjahr voraussichtlich über dem Vorjahresniveau.