Conergy will weiter produzieren

Insolvenzverwalter möchte Werk in Frankfurt/Oder wieder hochfahren. Zweiter Standort ist in Betrieb

Hamburg/Frankfurt. Das insolvente Hamburger Solarunternehmen Conergy will seine am Wochenende eingestellte Produktion in Frankfurt/Oder wieder hochfahren und sucht dafür Unterstützer. Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White & Case kündigte am Montag an, die Wiederaufnahme der Modulfertigung anzustreben. Derzeit würden jedoch noch Abstimmungsgespräche mit verschiedenen Anteilseignern geführt, „inklusive Vertretern aus der Politik“, sagte er dem Abendblatt.

Auch Betriebsräte und Vertreter der Gewerkschaft IG Metall forderten, das Werk in der Oderstadt wieder hochzufahren. „Wir hoffen, dass die Geschäfte fortgesetzt werden“, unterstrich der Frankfurter Betriebsratsvorsitzende Harald Frick. Am Nachmittag sollten die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand der Entwicklung in dem angeschlagenen Unternehmen informiert werden.

Unterdessen ist die Fertigung bei der zweiten deutschen Tochtergesellschaft Mounting Systems in Rangsdorf bei Berlin bereits wieder angelaufen. „Die Produktion ist sehr gut ausgelastet und Mounting Systems damit weiterhin voll lieferfähig“, erklärte der Insolvenzverwalter. Für die dortigen rund 200 Mitarbeiter ändere sich zunächst nichts. Die Tochtergesellschaft baut Rahmen und Gestelle für Solaranlagen.

Die Löhne der insgesamt rund 1200 Conergy-Beschäftigten sind laut Undritz einstweilen über das Insolvenzgeld gesichert. Die Vorfinanzierung der entsprechenden Summen sei bereits angestoßen.

Conergy hatte am Freitag beim Amtsgericht Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, weil es zu Zahlungsverzögerungen bei einem Großprojekt gekommen war und Gespräche mit den kreditgebenden Banken über einen Zukunftsplan der Vorstands zuvor gescheitert waren. Das schlingernde Unternehmen hatte zuletzt auf den US-Finanzinvestor Kawa als Retter in der Not gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Kapital zuschießen sollte. Finanzkreisen zufolge stellte sich aber beim Ringen um eine Lösung zur Rettung des Unternehmens die Bad Bank der zerschlagenen WestLB, die EAA, quer.