Kommentar

Besser als der eigene Ruf

Die Vorzüge von Wilhelmsburg sind den dort ansässigen Unternehmen seit langer Zeit eine Freude. Der Stadtteil liegt zentral, eng angebunden an alle wichtigen Verkehrswege, ausgestattet mit ausreichend geeigneten Flächen für Neuansiedlungen und dem erhofften Wachstum derer, die schon dort sind. In der örtlichen Wirtschaft genießt der Stadtteil eine hohe Wertschätzung. Diese Wahrnehmung ist ihrer Zeit weit voraus: Erst durch die Großveranstaltungen Internationale Bauausstellung (IBA) und Internationale Gartenschau (igs) gerät Wilhelmsburg seit diesem Jahr auch für die breitere Öffentlichkeit in Hamburg endlich in ein besseres Licht.

Die Chance ist so groß wie nie, dass der Stadtteil auf der Elbinsel sein leidiges Image als sozialer Brennpunkt und wirtschaftliches Brachland loswird. Mit Blick auf die Wirtschaft stimmte dieses Bild in der jüngeren Vergangenheit ohnehin nicht: Wilhelmsburg ist nicht nur ein traditionsreicher Arbeiterstadtteil, vor allem ist es trotz vieler Schwächen und Probleme auch ein Kraftzentrum der Hamburger Wirtschaft. Industrie, Dienstleister, Hafenbetriebe sorgen dort für eine starke Leistungsbilanz.

Zweifellos muss für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Wilhelmsburg noch viel geschehen. Die Arbeitslosenquote liegt mit mehr als zehn Prozent noch immer deutlich über dem Schnitt von etwa sieben Prozent in Hamburg insgesamt. Neue Unternehmen, die sich vor Ort ansiedeln, sind ein wichtiger Faktor, um die Lage zu verbessern. Sie schaffen Arbeitsplätze auf allen Ebenen der beruflichen Qualifikation. Und sie erzeugen einen wirtschaftlichen Sogeffekt, der weitere Firmen nachziehen kann.