HanseMerkur erwartet nur noch gebremstes Wachstum

Höchster Gewinn der Unternehmensgeschichte im Jahr 2012

Hamburg. Der Hamburger Versicherer HanseMerkur rechnet mit einem Ende der zweistelligen Zuwachsraten, wie sie in den zurückliegenden Jahren erzielt wurden. "Nachdem wir erst 2010 die Beitragsmilliarde verbuchen konnten, peilen wir bereits 2013 bei einem gut sechsprozentigem Wachstum eine Prämieneinnahme von über 1,5 Milliarden Euro an", sagte der Vorstandsvorsitzende Fritz Horst Melsheimer. Im ersten Quartal kletterten die Beitragseinnahmen jedoch weiter kräftig um 14,7 Prozent.

Dabei sei in der dominierenden Sparte, der privaten Krankenversicherung, "nach einem über Jahre anhaltenden Neugeschäftsboom eine Konsolidierung zu beobachten", hieß es, während die Angebote in der Lebensversicherung gut angenommen würden.

Eine derartige Entwicklung hatte sich bereits im Jahr 2012 abgezeichnet: Während das Neugeschäft in der Krankenversicherung um mehr als ein Drittel zurückging, legte der Bereich Altersvorsorge um fast 40 Prozent zu. Nachdem man den Fokus in den vergangenen zehn Jahren auf die Krankenversicherung gelegt habe, wolle man sich nun breiter aufstellen, sagte Melsheimer.

Dazu gehöre auch die Gründung einer Tochtergesellschaft in Berlin: Die BD24 Berlin Direktversicherung solle in Zusammenarbeit mit großen Buchungsportalen Reiseversicherungsprodukte über das Internet verkaufen. "Berlin bietet einen außerordentlich interessanten Arbeitsmarkt", sagte Melsheimer zur Standortwahl. Man habe keine besondere Förderung erhalten.

Mit einem Anstieg der Beitragseinnahmen um 14,9 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro - davon entfielen 1,08 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung - entwickelte sich die HanseMerkur weit besser als der Gesamtmarkt in Deutschland (plus 2,0 Prozent). Aktuell hat sie 7,3 Millionen Kunden, allein 5,2 Millionen über eine Fielmann-Brillenversicherung.

Der Gesamtüberschuss (vor Steuern, Rückstellung für Beitragsrückerstattung und Schwankungsrückstellung) sprang um gut 93 Prozent auf 188,5 Millionen Euro, den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte.

Dazu trug nicht zuletzt der Anstieg der Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 3,4 Prozent auf 4,5 Prozent bei. Im Vorjahr habe man griechische Staatsanleihen komplett abgeschrieben, außerdem seien zuletzt verstärkt Unternehmensanleihen mit attraktiven Renditen zugekauft worden, so Melsheimer: "Gute Unternehmen sind heute kreditwürdiger als Staaten."

Entgegen dem Branchentrend nahm die Mitarbeiterzahl in der HanseMerkur-Gruppe im Jahr 2012 um 56 auf 1185 Personen zu. Angesichts des guten Ergebnisses 2012 erhielten alle Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 1800 Euro.