Harter Winter kostet deutsche Firmen Milliarden

Berlin. Verwaiste Baustellen, hoher Krankenstand, halbleere Geschäfte: Der lange Winter kostet die deutsche Wirtschaft viel Geld. "Nach unseren Berechnungen gehen ihr etwa zwei Milliarden Euro verloren", sagte am Montag der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Alexander Schumann. "Besonders die Bauwirtschaft und das Transport- und Verkehrsgewerbe leiden."

Nicht alles könne in den nächsten Monaten aufgeholt werden. Durch krankheitsbedingte Ausfälle rechnet die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) mit einem Produktivitätsverlust von bis zu sechs Milliarden Euro im ersten Quartal. Der nasskalte Winter begünstige die Ausbreitung von Erkältungsviren: "Demnach mussten allein in diesem Januar ein Drittel mehr Arbeitnehmer aufgrund von Erkältungskrankheiten zu Hause bleiben als im Januar 2012".

Schnee und Frost setzen vor allem der Baubranche zu. "Der Tiefbau liegt doch ziemlich brach", sagte ein Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). Im Februar und März klagten 77 Prozent der Firmen über witterungsbedingte Behinderungen. "Es ist nicht realistisch, dass das alles wieder aufgeholt werden kann", sagte der HDB-Sprecher: "Dazu dauert der Winter einfach zu lange." Auch Einzelhändlern und Autohändlern macht die wochenlange Kälte zu schaffen. DekaBank-Analyst Andreas Scheuerle fasst zusammen: "Der lange Winter behindert die Volkswirtschaft - zumindest temporär."

( (rtr) )

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