Gewinn bei H&R bricht ein

Hamburger Chemie- und Ölfirma will Effizienz steigern. Jobabbau soll möglichst verhindert werden

Hamburg. Niels H. Hansen war gestern vermutlich nicht zum Feiern zumute. Der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Firma H&R musste vermelden, dass das betriebliche Ergebnis des Unternehmens im vergangenen Jahr von zuvor 89,1 auf 49,3 Millionen Euro fast halbiert wurde. Die Gründe lagen in den steigenden Rohstoffkosten, der Krise im Euro-Raum und einer spürbaren Verlangsamung der Konjunktur in den wichtigen asiatischen Märkten. Der Umsatz stieg zwar auf den Rekordwert von 1,228 Milliarden Euro, aber das lag hauptsächlich an den gestiegenen Rohstoffkosten.

Das Unternehmen H&R, an dem die Gründerfamilie Hansen beteiligt ist, beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter und hat sich nun ein Programm zur Steigerung der Effizienz im Unternehmen verordnet. "H&R ist zwar strategisch sehr gut aufgestellt. Dennoch muss sich das Unternehmen auf neue Herausforderungen früh einstellen", so Hansen.

Ehrgeiziges Ziel des Programms sei es, eine nachhaltige jährliche Steigerung des Ergebnispotenzials von rund zehn Millionen Euro zu erreichen. "In dem Programm geht es nicht um einen Abbau der Arbeitsplätze, sondern um die Optimierung sämtlicher Unternehmensprozesse. So wollen wir künftig unsere Rohstoffe noch besser verwerten", so Hansen. Personalmaßnahmen will er im Zuge der Restrukturierung möglichst vermeiden. Hansen betonte, dass das Unternehmen auch in diesem Jahr weiter investieren wolle. Nachdem in Hamburg 2011 eine Raffinerie in Betrieb ging, will H&R nun seine Anlagen im niedersächsischen Salzbergen erweitern.

Die Börse nahm das Programm des Unternehmens zur Effizienzsteigerung mit Vorschusslorbeeren auf. Die Aktie kletterte um 1,84 Prozent auf 12,59 Euro. Das Hamburger Unternehmen kennen vermutlich wenige Menschen, doch die Produkte von H&R erreichen viele Verbraucher.

Der Konzern produziert Weißöle, eine Grundlage für Gesichts- oder Körpercremes sowie Paraffine. Zur Palette gehören auch auf Rohöl basierte Erzeugnisse, die zum Beispiel in Käserinde, Lippenstiften und Druckfarben zu finden sind sowie Weichmacher zur Herstellung von Reifen.