Dreamliner hebt wieder ab

Testflug verläuft ohne Zwischenfälle. Boeing warnt Kunden vor späterer Auslieferung des Jets

Seattle. Der Dreamliner von Boeing hat seinen ersten Testflug nach den Batteriepannen gemeistert. Der US-Flugzeugbauer teilte am Sonnabend mit, eine Testmaschine vom Typ 787 sei in Seattle gestartet und nach knapp zweieinhalb Stunden dort wieder gelandet. Die während des Fluges gesammelten Daten seien Teil der laufenden Untersuchungen zur Ursache der Probleme mit den Lithium-Ionen-Batterien. Befund: "Ohne Zwischenfall", wird ein Boeing-Sprecher zitiert. An Bord der Testmaschine waren 13 Crewmitglieder, inklusive Pilot und Testpersonal. Die nächsten Testflüge sollen Anfang dieser Woche stattfinden.

Alle 50 ausgelieferten Dreamliner sind seit gut drei Wochen auf Anordnung der Behörden am Boden, nachdem Batterien zum Teil in der Luft in Brand geraten waren. Die Ursache dafür ist noch ungeklärt. Boeing hatte die Behörden um eine Sondergenehmigung für Testflüge gebeten, um mehr Daten zu den pannenanfälligen Batterien zu sammeln. Das Flugverbot kostet die betroffenen Airlines Millionen. Der Chef von International Airlines Group (IAG), Willie Walsh, sagte bei einer Veranstaltung in Dublin, er halte den Dreamliner trotz der Probleme für "ein fantastisches Flugzeug". IAG gehe davon aus, Ende Mai den ersten der 24 bestellten Jets in Empfang zu nehmen. "Wir stehen hinter den Bestellungen, die wir bei Boeing in Auftrag gegeben haben", sagte er. Gleichwohl geht er davon aus, dass Boeing noch "Monate" brauchen werde, um die Probleme in den Griff zu bekommen. "Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, denn sie werden das Batteriesystem in irgendeiner Form neu gestalten müssen, und ich denke, das wird einige Monate dauern", sagte Walsh. IAG entstand aus der Fusion von British Airways und Iberia.

Boeing hat jetzt wegen der Pannenserie vor Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Dreamliner-Maschinen gewarnt. Man habe Kunden mitgeteilt, dass die Auslieferung ihrer Flugzeuge entweder bereits verschoben sei oder möglicherweise verschoben werden müsse, teilte der Konzern am späten Freitagabend mit. Der Bau des besonders effizienten Langstreckenflugzeugs werde aber weitergehen, erklärte der Konzern. Man plane nicht, die Produktion zu drosseln.