Sonderprüfung bei Banken wegen Zinsskandals

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Frankfurt. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin greift im Skandal um Zinsmanipulationen durch. Seit vergangenem Jahr liefen schon Sonderprüfungen bei mehreren deutschen Banken, die an der Erhebung des europäischen Referenzzinssatzes Euribor beteiligt seien, sagte ein BaFin-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir prüfen, wie sich die beteiligten Banken in diesem Bereich organisiert haben und ob sie eine angemessene Risikovorsorge getroffen haben."

Die BaFin nimmt seit Sommer letzten Jahres alle deutschen Banken unter die Lupe, die an der Festsetzung des Euribor beteiligt sind. Unter anderem mussten die Geldhäuser umfangreiche Fragenkataloge beantworten. Damit will die Aufsicht herausfinden, ob es Einfallstore für Manipulationen geben könnte. Dass sie dabei auch Sonderprüfungen vornimmt - das schärfste Schwert der BaFin - war bisher jedoch nicht bekannt.

Bei einer Sonderprüfung schickt die BaFin eigene Prüfer oder externe Gutachter in die Geldhäuser, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zur Zahl der betroffenen Banken und deren Namen wollte sich der BaFin-Sprecher nicht äußern. Weltweit stehen mehr als ein Dutzend Banken im Verdacht, Zinssätze zu ihren Gunsten manipuliert zu haben. Die Schweizer UBS musste deswegen bereits mehr als eine Milliarde Euro an Strafe zahlen.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, dass es wegen der Euribor-Erhebung Sonderprüfungen bei der Deutschen Bank, dem WestLB-Nachfolger Portigon und zwei weiteren deutschen Instituten gebe. Die beiden Häuser wollten sich dazu nicht äußern.

Ähnlich wie beim Libor, der im Zentrum des Manipulationsskandals steht, beruht der Euribor auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Sie melden einmal täglich die Zinsen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Auf dieser Basis wird dann der Euribor-Referenzzins ermittelt, an dem sich die Preise für viele Finanzprodukte wie Hypotheken oder Tagesgeld orientieren. In Deutschland sind an der Festlegung des Euribor Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, LBBW, Helaba, NordLB und Landesbank Berlin beteiligt. Alle betroffenen Banken hätten im Rahmen der BaFin-Prüfung gut mit der Aufsichtsbehörde kooperiert, hieß es.

( (rtr) )

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