Lebensmittelpreise steigen um 4,8 Prozent

Berlin. Lebensmittel haben sich im vergangenen Dezember so stark verteuert wie seit über vier Jahren nicht mehr. Die Preise stiegen in Deutschland um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Dies ist der stärkste Preisanstieg bei Nahrungsmitteln seit September 2008 mit 6,4 Prozent."

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) nannte als Ursache die gestiegene Nachfrage vor den Feiertagen. Auch langfristig müssten sich die Deutschen darauf einstellen, dass die Lebensmittelpreise schneller steigen als die Inflationsrate. "Wir rechnen für dieses Jahr mit einem Plus von etwa drei Prozent", sagte BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner. "Es gibt mehr Menschen auf dem Globus und mehr Menschen mit höheren Einkommen. Deshalb werden beispielsweise Fleisch- und Milchprodukte teurer." Hinzu komme der Klimawandel. "Ernteausfälle durch Dürren, Brände oder Überschwemmungen nehmen zu, was ebenfalls die Preise treibt", erläuterte Eichner.

Teure Nahrungsmittel haben 2012 die Inflation hochgehalten. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,0 Prozent mehr, bestätigten die Statistiker eine frühere Schätzung. 2011 lag die Teuerungsrate mit 2,3 Prozent etwas darüber, 2010 mit 1,1 Prozent deutlich darunter. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten bis zu zwei Prozent von stabilen Preisen.

Energie kostete 5,2 Prozent mehr. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich mit 3,2 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Deutlich tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher im Dezember für Gemüse. Dafür mussten 12,0 Prozent mehr bezahlt werden als vor Jahresfrist, für Obst 9,8 Prozent mehr. Für Fleisch und Fisch wurde jeweils 5,6 Prozent mehr Geld verlangt.