Wöhrl übernimmt Textilkette SinnLeffers

Filialen sollen erhalten bleiben - auch im Harburger Phoenix-Center . Unternehmen mit mehr als 4000 Mitarbeitern entsteht

Hagen. Die beiden Textilhandelsketten Wöhrl und SinnLeffers kommen unter ein Dach. Der Nürnberger Unternehmer Gerhard Wöhrl und seine Familie übernehmen den Wettbewerber aus Hagen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Insgesamt werde seine Unternehmensgruppe damit künftig deutschlandweit 60 Modehäuser mit über 4000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als 600 Millionen Euro betreiben, sagte Wöhrl am Freitag.

Beide Marken sollen nach dem Willen des neuen Besitzers erhalten bleiben. Auch ein Personalabbau sei derzeit nicht geplant, hieß es in Hagen. "SinnLeffers passt perfekt zu Wöhrl", betonte der Unternehmer. Die Modekette Wöhrl ist derzeit mit 38 Standorten vor allem in Bayern und Ostdeutschland präsent. SinnLeffers hat seine Häuser vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch eine Filiale im Harburger Phoenix-Center. Zielgruppen und Sortiment sind ähnlich. Überschneidungen gibt es an drei Standorten: Dresden, Magdeburg und München. Alle Häuser würden fortgeführt, hieß es.

Wöhrl und SinnLeffers sehen sich derzeit mit einem harten Wettbewerb auf dem deutschen Textilmarkt konfrontiert. Neben "klassischen" Rivalen wie Karstadt oder Kaufhof machen ihnen auch internationale Ketten wie H&M und Zara sowie Flagshipstores von Marken wie Esprit und Marc O'Polo immer stärker Konkurrenz. Auch Online-Händler sichern sich einen immer größeren Teil vom Kuchen.

Wöhrl betonte, dank des Zusammenschlusses sehe er für beide Unternehmen bessere Chancen für die Zukunft als bei einem Alleingang. Ziel sei es, Synergien etwa im Einkauf zum Vorteil beider Unternehmen zu heben. Auch SinnLeffers-Geschäftsführer Karsten Oberheide betonte, gemeinsam könnten die Unternehmen schlagkräftiger im deutschen Markt agieren. "Wir stehen vor gewaltigen Veränderungen im stationären Einzelhandel", sagte er. "Gemeinsam können wir zu deutlich besseren Lösungen kommen."

Die fränkische Modekette Wöhrl mit dem Knopf als Markenzeichen blickt inzwischen auf eine 80-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Mit über 2000 Mitarbeitern an allen Standorten erzielte sie zuletzt einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro. SinnLeffers hat heute noch 22 Filialen mit rund 2000 Mitarbeitern.