Streit über Elbvertiefung: Cosco hält weiter zu Hamburg

Chinesische Reederei will Kooperation trotz Baustopps fortsetzen

Hamburg. Die chinesische Großreederei Cosco hat sich klar zum Hamburger Hafen bekannt. Das Unternehmen hat Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) mitgeteilt, trotz der Verzögerungen bei der Elbvertiefung die Kooperation mit der Hansestadt fortsetzen zu wollen. Das geht aus einem Brief des Europa-Chefs von Cosco, Haichao Fu, an Horch hervor, der dem Abendblatt vorliegt.

Damit stellt sich Cosco klar gegen die chinesische Schwesterreederei China Shipping. Deren Chef, Xu Lirong, hatte vor wenigen Tagen angekündigt, wegen der fehlenden Elbvertiefung Frachter mit großem Tiefgang aus Hamburg abziehen und in den Konkurrenzhafen Rotterdam verlegen zu wollen. Auch der Cosco-Chef zeigt sich in dem Schreiben an Horch über den Stopp der Elbvertiefung durch das Bundesverwaltungsgericht "sehr enttäuscht". Cosco begrüße aber die Anstrengungen, die Horch unternehme, um den Schiffsverkehr auf der Elbe durch "intelligentes Verkehrsmanagement zu erleichtern", wie es weiter heißt. Dies hatte Horch zuvor angekündigt. Zudem hatte er in einem Rundschrieben an die Großreedereien um das Vertrauen der Hamburger Kunden geworben und deutlich gemacht, dass er weiter an einer positiven Entscheidung zur Elbvertiefung glaube. Die Chinesen sehen es nun offenbar ähnlich: "Cosco hat als langjähriger Partner des Hamburger Hafens volles Vertrauen in Ihre Beharrlichkeit und bekräftigt die Kooperation für die Zukunft", endet das Schreiben von Haichao Fu.

Horch wertet den Brief als einen "echten Vertrauensbeweis". "Dieser Brief hat mich sehr erfreut, nicht zuletzt wegen der schwierigen Situation bei der Elbvertiefung", sagte der Senator dem Abendblatt. Aus zahlreichen weiteren Gesprächen wisse er, dass sich auch andere Reedereien trotz der Probleme weiter zu Hamburg bekennen. "CMA CGM schickt das weltweit größte Containerschiff hierher, weil die Reederei die Qualität des Hamburger Hafens schätzt", sagte Frank Horch. Auch die italienische Reederei Grimaldi Lines habe sich in höchster Wertschätzung für Hamburg ausgesprochen.

Für das Image Hamburgs kommt Coscos Zuspruch jedenfalls zur rechten Zeit. Erst kürzlich hat der Hafen eine Senkung seiner Gebühren ankündigen müssen, um der Konkurrenz in Rotterdam Paroli zu bieten, die ebenfalls ihre Gebühren gesenkt hat. Großschiffe mit mehr als 360 Meter Länge zahlen vom kmmenden Jahr an bis zu 3000 Euro weniger pro Anlauf. Vergünstigungen für Transitcontainer kommen hinzu.