Kommentar

Mindestlöhne bedeuten mehr Arbeitslosigkeit

Die Gewerkschaft kämpft unermüdlich für Mindestlöhne. Dabei schlägt DGB-Chef Sommer selbst die Warnungen namhafter Ökonomen in den Wind. Sollte sich die Gewerkschaft durchsetzen, gefährdet das viele Jobs. Zudem hat die Gewerkschaft die Geringverdiener gar nicht im Blick, sie schützt nur ihr Klientel.

DGB-Chef Michael Sommer lässt sich in seinem Kampf für einen gesetzlichen Mindestlohn nicht beirren. Die Warnungen namhafter Ökonomen vor den fatalen Folgen für den Arbeitsmarkt schlägt der Gewerkschafter in den Wind. Dabei bedeutete eine verbindliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro, dass nicht nur das Gros der heutigen Langzeitarbeitslosen dauerhaft um jede Chance auf einen Job gebracht würde.

Auch für Millionen gering qualifizierter Beschäftigter stiege das Risiko, ihre Stelle zu verlieren, enorm an. Sollte sich der DGB durchsetzen, wäre der Arbeitsmarkt bald wieder so zementiert wie vor den Hartz-Reformen. Damals stieg mit jeder Rezession die Zahl der Erwerbslosen auf ein höheres Niveau.

Die Gewerkschaften haben mit ihrer überzogenen Mindestlohnforderung in Wahrheit gar nicht die Geringverdiener im Blick. Ihnen geht es vielmehr darum, ihre angestammte Klientel der Facharbeiter vor unliebsamer Billigkonkurrenz zu schützen. Unter dem Deckmantel der „sozialen Gerechtigkeit“ sollen Wettbewerber vom Markt gedrängt werden. So ist auch erklärlich, warum die Einzelgewerkschaften in der Wirtschaftskrise einen äußerst moderaten Kurs in der Tarifpolitik steuern, während sie gleichzeitig mit dem Mindestlohn die Arbeit der gering Qualifizierten drastisch verteuern wollen.

Auch eine Wissensgesellschaft braucht einen Niedriglohnsektor, damit diejenigen nicht ausgeschlossen werden, die sich nicht qualifizieren können oder wollen. Es ist allemal sozialer, Löhne notfalls aufzustocken, als die Menschen gänzlich zur Nichtarbeit zu verdammen.

Quelle: Welt Online