Spitzeneinkommen

Hedgefonds-Bosse kassieren Milliarden-Beträge

Die Hedgefonds-Manager gehören zu den Profiteuren der Finanzkrise. Der Spitzenverdiener David Tepper hat allein 2009 rund vier Milliarden Dollar verdient. Niemals hat ein Hedgefonds-Manager mehr kassiert. Seine Gewinne machte er vor allem mit Spekulationen auf strauchelnde Banken.

Während die Finanzwelt um sie herum auseinanderbrach behielten Hedgefonds-Manager die Ruhe und verdienten auf diese Weise ein Vermögen. 25,3 Mrd. Dollar (18,5 Mrd. Euro) nahmen die 25 Spitzenverdiener der Branche im vergangenen Jahr ein. Das ist sogar noch etwas mehr als im Rekordjahr vor Ausbruch der Finanzkrise 2007. Am besten schnitt der amerikanische Investor David Tepper ab. Mit vier Mrd. Dollar ist er der best verdienendste Hedgefonds-Manager aller Zeiten, berichtet die "New York Times" und beruft sich dabei auf ein Ranking des Fachmagazins "Absolute Return + Alpha".

Teppers Strategie klingt im nachhinein nur allzu logisch. Als alle anderen Anleger nach der Pleite von Lehman Brothers in Panik gerieten setzte er darauf, dass die Regierung den Banken künftig zur Hilfe kommen würde. Im großen Stil kaufte sein Fonds Appaloosa Management fortan Aktien strauchelnder Institute wie der Citibank und der Bank of America. Zudem stieg er bei dem Versicherungsgiganten AIG ein, der von der US-Regierung mit mehr als 180 Mrd. Dollar vor dem Untergang bewahrt wurde. Die Rechnung ging auf.

Dank der staatlichen Rettungspakte erholte sich die Wall Street deutlich schneller von dem Schock als erwartet, und Tepper konnte im vergangenen Jahr durch die Kursgewinne eine Vermögen machen. Damit schlug er sich sogar noch besser als die Investorenlegende George Soros, der als Chef des Fonds Quantum Endowment im vergangenen Jahr 3,3 Mrd. Dollar einnahm. Den dritten Platz in dem Ranking belegt James Simons von Renaissance Technologies mit einem Verdienst in Höhe von 2,5 Mrd. Dollar.

Für die Branche könnte es das letzte Jahr ungetrübter Geschäfte gewesen sein. Denn US-Präsident Barack Obama will Hedgefonds künftig stärker kontrollieren. Bislang konnten sie sich einer Registrierung bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC immer mit dem Hinweis entziehen, dass sie nur Privateinlagen verwalteten. Denn wer sein Geld in einen Hedgefonds investiert, sollte in der Regel erfahren genug sein, um das Risiko abschätzen zu können und außerdem genug davon haben, um einen möglichen Verlust zu verschmerzen.

Zudem handeln Hedgefonds in der Regel antizyklisch, das heißt sie investieren auch dann, wenn sich der Rest der Wirtschaft zurückhält. Der ehemalige US-Notenbank Chef Alan Greenspan lehnte mit diesem Agument eine strengere Aufsicht der Branche stets ab. So machte die Hälfte der laut diesem Ranking zehn erfolgreichsten Fonds 2008 Verluste, darunter auch der Fonds von David Tepper. Dessen Gewinn brach um fast ein Drittel ein. Davon unbeeindruckt zählen sie heute wieder zu den Gewinnern.

Doch die Ausrede will der Präsident nicht mehr gelten lassen, und sieht für Hedgefonds künftig umfassende Dokumentierungspflichten und ein strengeres Risikomanagement vor. Zudem sollen sie nach dem Wunsch einiger Senatoren mehr zum Gemeinwohl beitragen, indem ihre Gewinne als Einkommen versteuert werden und nicht als Kapitalerträge, die einem niedrigeren Steuersatz unterliegen.

Bislang gelten für Hedgefonds keine Kaufobergrenzen. Sie können ihre Wetten beliebig mit Fremdkapital erhöhen und auf diese Weise den Gewinn maximieren. Dabei spekulieren sie auf künftige Wechselkurse ebenso wie auf die Preisentwicklung von Öl, Weizen oder Wertpapieren, die selbst wiederum von anderen Produkten wie etwa Hypotheken abhängen.

Quelle: Welt Online