Ver.di kritisiert Dumpinglöhne bei Subunternehmen der Post

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Hamburg. Die Gewerkschaft Ver.di in Hamburg will dem Lohndumping im Transportgewerbe ein Ende bereiten. Der Landesfachbereichsleiter für den Post- und Logistikbereich, Wolfgang Abel, forderte gestern die Konzerntochter der Deutschen Post, DHL, auf, sich von "skrupellosen Subunternehmen" zu trennen, die ihre Beschäftigten nicht nach dem Branchentarif bezahlen. "Der Marktführer DHL darf nicht ständig Respekt als Konzernwert propagieren und gleichzeitig wegschauen, wenn Beschäftigte in den fremdvergebenen Paketzustellbereichen respektlos und skrupellos ausgebeutet werden", so Abel.

Konkret geht es um die Hamburger Fahrzeug- und Transportlogistik (HFL), die nach einem Bericht des NDR-Fernsehens im Auftrag der DHL in Norddeutschland Pakete ausfahre und dabei ihre Mitarbeiter offenbar deutlich unter Tarif bezahle. "Der Vertrag mit der Firma HFL sollte unverzüglich gekündigt werden und die Beschäftigten unter den Tarifbedingungen der Deutschen Post übernommen werden", forderte Abel.

Die Hamburger Firma HFL bezahlt nach Angaben des Gewerkschafters seinen Beschäftigten nur rund 1200 Euro brutto im Monat. Die Arbeitszeiten lägen zwischen 55 und 60 Stunden bei einer Sechs-Tage-Woche. "Dies entspricht einem Stundenlohn von rund fünf Euro und ist völlig inakzeptabel", kritisiert Abel. Der Tarifvertrag für Speditionen und Logistik in Hamburg schreibe einen Einstiegslohn von 10,60 Euro die Stunde vor. "Die Löhne müssten also verdoppelt werden, um angemessen zu sein." Bei der Firma HFL war gestern keine Stellungnahme dazu zu bekommen. Das Unternehmen präsentiert sich auf seiner Internetseite als Servicepartner der Deutschen Post. Inhaber oder Geschäftsführer werden aber nicht genannt.

Der Paketdienst der Post habe bundesweit rund 990 Zustellbezirke im Paketbereich an Fremdfirmen ausgelagert, sagte ein Postsprecher dem Abendblatt. Dies entspricht etwa zehn Prozent der Paketzustellungen des Unternehmens. Zur Zusammenarbeit mit HFL wollte sich der Konzern gestern nicht äußern.

Andere Paketdienste wie Hermes, GLS und DPD haben ihre Zustellung laut Ver.di sogar mehrheitlich in die Hände von Fremdfirmen übertragen. Der Gewerkschafter fordert deshalb den Vorstand der Deutschen Post auf, sich branchenweit für eine Anti-Lohndumping-Charta im Bereich der Paketzustellung starkzumachen. "Davon würden mehr als 30 000 Beschäftigte profitieren."

( (bk) )

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