Telekom und Vodafone rüsten im Fernsehen kräftig auf

Berlin. Zwischen der Deutschen Telekom und Vodafone ist ein weiterer Wettkampf entbrannt: Gestern kündigte die Telekom vor dem Start der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin an, ihr Produkt Entertain auch Nutzern von Satellitenschüsseln anzubieten. Fast zeitgleich erklärte Vodafone, mit seinem TV-Angebot nach einer Testphase in Deutschland in die Offensive zu gehen.

"Mit Entertain Sat haben nicht nur 50, sondern künftig 75 Prozent der Haushalte die Möglichkeit, Entertain zu buchen", sagte Telekom-Marketingchef Christian P. Illek. Losgehen soll es bis Ende dieses Jahres. Allerdings wird in dem Satellitenangebot die Fußball-Bundesliga fehlen. Über das Internet zeigt die Telekom die Partien live.

Bisher bietet die Telekom ihr TV-Angebot Entertain nur Kunden an, die über einen besonders schnellen Internetanschluss von mindestens 16 Mbit pro Sekunde verfügen oder aber über das noch schnellere VDSL. Das ist notwendig, weil das komplette Fernsehsignal über das Internet übertragen wird. Mit Entertain Sat will der Bonner Konzern nun zusätzlich Kunden mit langsameren Anschlüssen gewinnen.

Das TV-Signal wird dafür bei Entertain Sat über den Satelliten empfangen. Lediglich Filme auf Abruf und der Programmführer kommen noch über das Netz, teils mit längeren Ladezeiten. Das Problem für die Telekom ist, dass sie einst zwar die Live-Rechte für die Bundesliga erworben hat, aber nur für das Programm im Netz. Sie muss ihren künftigen Satellitenkunden deshalb die Partien vorenthalten. Die Rechte für die Verbreitung über Satellit liegen bei dem Münchner Bezahlsender Sky.

Bei Vodafone TV werden die klassischen Fernsehsignale per Satellit, aber auch über Kabel oder DVB-T empfangen. Der Deutschland-Chef von Vodafone, Friedrich Joussen, kündigte vor dem IFA-Start an, mit Vodafone TV in die Offensive zu gehen. Dafür werde künftig etwa Fernsehwerbung geschaltet. "Wir haben bisher auf Marketing verzichtet, weil wir sicherstellen wollten, dass das Produkt einwandfrei funktioniert", sagte Joussen. "Beim Fernsehen darf es keine einzige Störung geben. Die Kunden verzeihen einem keine Sekunde mit schwarzem Bild."