Kommentar

USA brauchen Konjunkturhilfen

Der US-Notenbankchef ist eigentlich ein Mann klarer Worte und Entscheidungen. Diesmal glänzte Ben Bernanke jedoch durch Nichthandeln und enttäuschte damit die Erwartung vieler Anleger. Statt die geldpolitischen Zügel angesichts der schwächelnden Konjunktur erneut zu lockern, setzt der oberste Währungshüter auf Abwarten. Dies könnte zugleich ein erstes Zeichen sein, dass die geldpolitischen Maßnahmen - wie niedrige Leitzinsen - bereits ausgereizt sind und an die Grenzen ihrer Wirksamkeit stoßen.

Vielmehr fordert der Fed-Chef die Politik auf, neue Konjunkturhilfen zur Ankurbelung der Wirtschaft zu beschließen. Dieser Schritt ist in der aktuellen Lage wohl der einzig zielführende und erfolgreichste Weg. Fakt ist, die US-Konjunktur wächst schwächer als erwartet, die Arbeitslosigkeit befindet sich auf hohem Niveau. Auch wenn Amerika auf einem gigantisch hohen Schuldenberg sitzt, wäre Sparen jetzt das falsche Signal. Für die USA würde damit die Gefahr erhöhen, in eine neue Rezession abzugleiten. Dies wäre für die Weltwirtschaft bedrohlich. Ein Abschwung der größten Volkswirtschaft würde alle Handelspartner mit in die Tiefe ziehen. Die US-Wirtschaft muss deshalb wieder durch ein solides Wachstum gestärkt werden, um langfristig aus der Krise zu kommen.