Menschlich gesehen

Grünes Gold

Zu seinem Beruf hat Thomas Becker erst spät gefunden. Zunächst nämlich hatte der gebürtige Neusser in Freiburg Theologie studiert. "Als ich dort eine befreundete Goldschmiedin besuchte, war ich sofort fasziniert - vom handwerklichen Arbeiten und vor allem vom Gold. Das hat so eine irre Farbe!" Die folgende Entscheidung war eine goldrichtige. Heute ist der 48-Jährige Goldschmiedemeister und leitet ein Atelier am Grindelhof. Dort wohnt er auch mit seinem Lebensgefährten. Unnötig zu erwähnen, dass sein Ehering aus Gold besteht. Es ist sein Lieblingsmaterial: "warm, weich und fast ohne Werkzeug formbar" - und eine Geldanlage, deren Wert von Tag zu Tag steigt. Gestern kostete die Feinunze 1785 Dollar. "Mir war schon lange klar, dass das Feinmetall an Wert gewinnt", sagt Becker. Auch unter seinen Kunden wachse das Bewusstsein für werthaltige Schmuckstücke.

Für den gläubigen Christen hat Gold aber auch eine ethische Bedeutung. Als einer der wenigen Juweliere in Hamburg verarbeitet er "grünes", also ohne chemische Hilfsmittel gewonnenes und fair gehandeltes Gold. "Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, Material zu verwenden, dessen Abbau Mensch und Natur schadet." Für sein Engagement wurde er zweimal ausgezeichnet. Seine grüne Leidenschaft lebt er auch im heimischen Garten aus. Der inspiriert ihn ebenfalls zu immer neuen Schmuckformen.