Erfinder

Der Vater der modernen Windkraft

Ein Schwabe hat den Norddeutschen die heutige Nutzung der Windenergie gebracht. Der Flugingenieur Ulrich Hütter begann nach 1945 mit der Forschung. Erst die Atomkraft-Politik stoppte den Vormarsch – vorläufig.

Der „Vater der modernen Windkraft“ hieß Ulrich Hütter und kam aus Baden-Württemberg. Dort entwickelte der Stuttgarter Flugingenieur unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das deutschlandweit erste Windrad mit aerodynamisch optimierten Flügeln.


Dabei arbeiten die Rotorblätter nach dem Prinzip eines Flugzeugflügels. Durch die aerodynamische Konstruktion entstehen auf der einen Seite des Rotorblattes Druck- und auf der anderen Saugkräfte.


Der von Hütter konstruierte Dreiflügler mit 7,2 Kilowatt Leistung ging 1950 in Serie und wurde rund 200 Mal verkauft. Andere Firmen in Baden-Württemberg und auch in Bayern begannen ebenfalls auf dem Windenergiesektor zu arbeiteten. 1956 entstand in Stötten auf der Schwäbischen Alb das erste deutsche Testfeld für die Windturbinen.

Das Aus für die junge Technik kam nur ein Jahrzehnt später, als 1968 in Obrigheim in Baden-Württemberg das erste kommerzielle Atomkraftwerk Deutschlands mit einen Druckwasserreaktor ans Netz ging. Im gleichen Jahr wurde die Forschung an der Windkraft bundesweit eingestellt, denn die Männer und Frauen an den Schalthebeln der Macht setzten nur noch auf Atom-Strom.

Erst der wachsende Widerstand gegen die Atomenergie in den 1970er Jahren und die Ölkrise brachten in Deutschland eine Rückbesinnung auf die Windkraft: Von 1974 an beschäftigten sich wieder Wissenschaftler der Universität Stuttgart mit dem Wind und seiner Energie.

Quelle: Welt Online