Früherem Vorstand der BayernLB droht neue Anklage

Bestechung und Untreue lauten offenbar die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

München. Auf die frühere Führungsriege der BayernLB kommt nicht nur eine Schadenersatzklage zu. Auch die Staatsanwaltschaft will den kompletten Altvorstand um den einstigen LB-Chef Werner Schmidt vor den Kadi zerren. Das hat Chefermittler Manfred Nötzel nach Angaben mehrerer Mitglieder des BayernLB-Untersuchungsausschusses im bayerischen Landtag gegenüber dem Gremium hinter verschlossenen Türen angekündigt. Ein Behördensprecher sagte, die seit eineinhalb Jahren wegen Verdachts auf Untreue und Korruption andauernden Ermittlungen seien noch nicht beendet.

Vor dem Ausschuss waren die Ermittler offenbar mutiger. Sie wollen dem seinerzeit achtköpfigen Vorstand der BayernLB nachweisen, dass er 2007 die österreichische Skandalbank HGGA wissentlich um mehrere Hundert Millionen Euro zu teuer gekauft und der BayernLB so Verluste von 3,7 Milliarden Euro zugefügt habe. Außerdem werden frühere BayernLB-Vorstände der Korruption verdächtigt. Sie sollen den inzwischen verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider über das Sponsoring einer Fußballelf in Millionenhöhe bestochen haben, um ihn in Sachen HGAA gewogen zu stimmen.

Die Klageschrift wegen Bestechung sei fertig, die wegen Untreue noch in Arbeit, hat Nötzel laut einem Parlamentarier erklärt. Noch im ersten Quartal 2011 werde Klage erhoben. Auch gegen den - früheren Hamburger - Geschäftsmann Tilo Berlin von der Verkäuferseite werde Anklage erhoben.