Ifo-Index steigt auf höchsten Stand seit Wiedervereinigung

München. Unbeeindruckt von der Schuldenkrise in Europa setzt die deutsche Wirtschaft ihre Rekordjagd fort. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Dezember den siebten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Gute Geschäfte im Einzelhandel machten dabei den kleinen Dämpfer für die Industrie mehr als wett. "Wir liegen an der Spitze des europäischen Geleitzuges", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Wegen der immer besser in Schwung kommenden Binnenkonjunktur bleibe Deutschland auch 2011 die treibende Kraft im Euro-Raum.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte überraschend um 0,6 auf 109,9 Punkte, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mit. Analysten hatten dagegen mit einer Eintrübung der Stimmung gerechnet. Die 7000 befragten Manager schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Geschäftslage besser als zuletzt ein.

Für Optimismus sorgten vor allem die brummenden Geschäfte im Einzelhandel: Hier ist das Geschäftsklima so gut wie seit dem Wiedervereinigungsboom nicht mehr. "Es herrscht Jubelstimmung", bestätigte der Sprecher des Branchenverbandes HDE, Kai Falk, das Ergebnis der Ifo-Umfrage. "Das Weihnachtsgeschäft ist sehr gut angelaufen. Die Verbraucher sind bereit, Geld auszugeben." Für Kauflaune sorgten der starke Aufschwung und die sinkende Arbeitslosigkeit. Auch im Großhandel und bei den Dienstleistern - die ebenfalls stark vom anziehenden Binnenmarkt profitieren - hellte sich Stimmung auf.