Behörde wirft Rolls-Royce "großes Sicherheitsproblem" vor

Lufthansa tauscht am Airbus A380 fehlerhaftes Triebwerk aus

Hamburg. Die Lufthansa tauscht ein weiteres Triebwerk an einem ihrer Airbus A380 aus, nachdem die australische Flugsicherheitsbehörde ATSB vor einem Produktionsfehler in bestimmten Motoren des Typs Rolls-Royce Trent 900 gewarnt hat. Bisher hat die Lufthansa vier der Riesenjets in Betrieb. "Aber nur an dem ersten A380, den wir erhalten haben, befand sich ein Triebwerk aus der fehlerhaften Serie, alle anderen sind davon nicht betroffen", sagte ein Firmensprecher.

Bereits Mitte November, nach der Notlandung eines A380 der australischen Fluglinie Qantas wegen eines spektakulären Motorschadens am 4. November, hatte die Lufthansa den Austausch angekündigt. Doch erst jetzt steht ein Wechselaggregat zur Verfügung. "In der Zwischenzeit haben wir sämtliche Triebwerke ständig überwacht, daraus ergab sich aber kein Hinweis auf Probleme", so der Sprecher.

Eine falsch gesetzte Bohrung für einen Schlauch im Motor kann, wie es in einem gestern von der ATSB veröffentlichten Bericht heißt, zu Öllecks und anschließenden Ölbränden führen. Die Behörde sprach von einem "großen Sicherheitsproblem" durch den Baufehler, der einen "katastrophalen Triebwerksausfall" auslösen könne.

Laut Qantas müssen deshalb bis zu 40 Triebwerke ausgetauscht werden. Ein früherer Wechsel eines der pro Stück rund 13 Millionen Euro teuren Antriebe an einem Lufthansa-A380 stand jedoch nach Angaben des Unternehmens nicht in Zusammenhang mit den jetzt aufgedeckten Mängeln.

Unterdessen erhöht die australische Fluggesellschaft Qantas den Druck auf Rolls-Royce. Qantas leitete nun rechtliche Schritte beim Bundesgericht in Sydney ein. Für den Fall, dass eine Einigung mit dem britischen Konzern auf Schadenersatz nicht zustande komme, ist damit eine Klage möglich. Nach der Notlandung hatte Qantas alle ihre sechs A380-Jets gut drei Wochen lang am Boden gelassen.