Patrizia investiert in Hamburg 250 Millionen Euro

1000 bis 1500 Wohnungen will die Immobilienfirma in der Hansestadt kaufen

Hamburg. Die Hansestadt wird immer attraktiver für Immobilienkonzerne. "Wir möchten in der Stadt und im nahen Umland in den nächsten zwei bis drei Jahren 200 bis 250 Millionen Euro in den Kauf von Wohnungen investieren", sagte Wolfgang Egger, Chef und Gründer des Augsburger Immobilienunternehmens Patrizia, dem Abendblatt. Dies bedeute 1000 bis 1500 Wohnungen - Neubauten oder Gebrauchtimmobilien, wobei in Hamburg mit rund 80 Prozent das Schwergewicht auf Neubauprojekten liegen soll.

"Die Hansestadt gehört zu den attraktivsten Städten in Deutschland", sagt Egger zu seinen Motiven. Die Stadt ziehe jedes Jahr mehr Menschen an. "Wir erwarten, dass die Zahl der Bevölkerung in Hamburg bis 2025 weiter kontinuierlich steigen wird. Das allein bedeutet einen zusätzlichen Bedarf von 180 000 Wohnungen", sagte Egger. Hinzu kämen nochmals knapp 120 000 Wohnungen, weil ältere Bauten mangels ausreichender Qualität durch Neubauten ersetzt werden müssen.

Egger sucht derzeit Kontakt mit Projektentwicklern in der Stadt. Den Wohnraum kauft er meist im Block, setzt bei großen Anlagen die eigene Immobilienverwaltung ein. Wichtiges Kriterium für einen Kauf sei, so Egger, dass das Wohnviertel intakt sei, die Mischung zwischen älteren und jungen Menschen stimme. Derzeit besitzt sein börsennotiertes Unternehmen Patrizia 10 000 Wohnungen bundesweit. Vor vier Jahren waren es noch 15 000. In Hamburg sind es aktuell 1200.

Augsburger Firma betreut Immobilien im Wert von drei Milliarden Euro

Viele Apartments werden von Patrizia nach der (energetischen) Sanierung an die bisherigen Mieter einzeln weiterverkauft. Mit den Einnahmen daraus werden neue Projekte wie jetzt etwa in Hamburg finanziert. Zudem kauft Patrizia Immobilien für ihre Fonds, die Großinvestoren wie etwa Pensionsfonds zeichnen. Allein in Hamburg hat die Firma dafür bereits 500 Wohnungen zum Beispiel in Langenhorn erworben. Die Renditen dieser 2007 aufgelegten Fonds liegen zwischen 5,25 bis 5,5 Prozent.

"Bei der Patrizia landen jedes Jahr rund 600 000 Objekte zur Prüfung", sagt Egger. Zu den Verkäufern von Wohnanlagen zählen Versicherungen und zahlreiche Unternehmen, die sich von ihrem Immobilienbesitz trennen wollen. Patrizia ist eine börsennotierte Firma mit einem derzeitigen Anlagevolumen von 1,3 Milliarden Euro. "In der Summe betreuen wir aber ein Immobilienvermögen von mehr als drei Milliarden Euro", so Egger, dessen Unternehmen für ausgewählte Großkunden auch das Management des Immobilienvermögens übernimmt. Patrizia beschäftigt derzeit 375 Mitarbeiter und will dieses Jahr ein operatives Ergebnis in Höhe von zwölf bis 13 Millionen Euro erwirtschaften.

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