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Vor 56 Jahren gehörte das Gebiet noch dem Meer

Lage: Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog liegt in Nordfriesland, dem nordwestlichsten Landkreis Schleswig-Holsteins. Sylt-Urlauber lassen den Koog in Fahrtrichtung links liegen, wenn sie mit der Bahn auf den Hindenburgdamm in Richtung Ferien fahren.

Entstehung: 1954 tobten auf dem heutigen Koogland noch die Wellen der Nordsee. Erst am 21. Oktober des Jahres wurde der 8,5 Kilometer lange Deich geschlossen, an dessen Bau etwa 1000 Arbeiter beschäftigt waren. Rund vier Jahre dauerte die Entwässerung.

Plan: Während bei anderen Kögen mit einer verkürzten Deichlinie die Küste geschützt werden sollte, war das Ziel der Regierung die Landgewinnung. 41 Bauernhöfe, die in großem Abstand zueinander liegen, wurden geschaffen, rund die Hälfte davon ging an Flüchtlinge.

Einwohner: Circa 160 Einwohner leben heute auf den gut 13 Quadratkilometern Fläche, die nach dem früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten benannt ist. Pro Quadratkilometer leben zwölf Menschen - in Hamburg sind es ungefähr 2300.

Infrastruktur: Kaufmannsladen, Kindergarten und Schulen wurden seit den 60er-Jahren nach und nach geschlossen. Zuletzt machte der Gasthof zu. Ein Landhandelslager ist geblieben, wo die Bauern ihr Getreide abgeben und Dünger holen. Und ein Museum. Zu Ehren des Malers Werner Weckwerth, der auf Sylt gearbeitet hatte.

Wirtschaft: In der Landwirtschaft arbeiten noch rund die Hälfte der Einwohner. Viele pendeln zum Geldverdienen auf die Insel Sylt. Tourismus im Koog spielt fast keine Rolle.