Das Ende der Billigflieger in Deutschland naht

Branche im Umbruch. Preis hat für Kunden angeblich an Bedeutung verloren

Hamburg. Die Zeit der Billigflieger neigt sich nach Meinung von Experten dem Ende zu. Die Kunden der angeblich so günstigen Fluggesellschaften werden oft mit niedrigen Grundpreisen geködert. Doch obendrauf kommen immer häufiger Gebühren für Dienstleistungen wie etwa den Transport von Koffern oder die Sitzplatzreservierung. Zudem habe "der Preis als alleiniges Auswahlkriterium für die Kunden über die vergangenen Jahre an Bedeutung verloren", sagte Gerd Pontius, Vorstand der auf die Luftfahrt spezialisierten Hamburger Unternehmensberatung Prologis, dem Abendblatt.

Die als Billigflieger gestarteten Gesellschaften und die etablierte Konkurrenz gleichen ihre Geschäftsmodelle immer stärker an. Germanwings hat sich nun dem Vielfliegerprogramm "Miles & More" des Mutterkonzerns Lufthansa angeschlossen, 2011 sollen Flüge beider Gesellschaften kombiniert buchbar sein. Und Konkurrent Air Berlin, der auch im Billigsegment tätig ist, tritt der Allianz "Oneworld" bei und wird damit Partner von Branchengrößen wie American Airlines und British Airways. "Wenn man in Deutschland produziert, kann man nicht Preisführer sein, man muss auf Qualität setzen", gibt Germanwings-Chef Thomas Winkelmann zu. Sein Unternehmen setze nun verstärkt auf Geschäftsreisende.