Araber dürfen Blohm + Voss kaufen

EU-Kommission genehmigt Verkauf der Traditionswerft und der HDW-Sparte ziviler Schiffbau

Hamburg. Der weitgehende Rückzug des Industriekonzerns ThyssenKrupp aus dem Werftgeschäft nähert sich dem Abschluss. Die EU-Kommission genehmigte gestern den Verkauf der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss an das Unternehmen Abu Dhabi Mar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Araber übernehmen jeweils 80 Prozent des Reparaturgeschäfts und des Maschinenbaus bei Blohm + Voss. Jeweils 50 Prozent der Anteile werden ThyssenKrupp und Abu Dhabi Mar künftig an der Geschäftseinheit Blohm + Voss Naval zum Bau von Marineschiffen halten. Zum Verkaufspaket gehört ferner der zivile Schiffbau bei der Werft HDW in Kiel, der früher unter HDW Gaarden firmierte. Den Bau von U-Booten bei HDW behält ThyssenKrupp. Im Geschäft mit nicht atomar getriebenen Unterseebooten ist das Unternehmen Weltmarktführer.

Der Werftenverbund ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), den ThyssenKrupp erst zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts zusammengebaut hatte, löst sich so wieder weitgehend auf. Zu TKMS gehört auch die defizitäre Werft Hellenic Shipyards in Griechenland. Das Unternehmen soll zu 75 Prozent ebenfalls an Abu Dhabi Mar verkauft werden. Es solle noch in dieser Woche "Verhandlungen über eine Gesamtlösung für Hellenic Shipyards geben", sagte eine ThyssenKrupp-Sprecherin gestern. Sollten die Gespräche scheitern, wolle ThyssenKrupp für Hellenic Shipyards Insolvenz anmelden, berichtete die "Börsen-Zeitung".

Abu Dhabi Mar baut vor allem durch Zukäufe einen internationalen Werftverbund auf, zu dem neben Blohm + Voss und Werften in Arabien und in Frankreich auch Nobiskrug in Rendsburg gehört. Das Unternehmen will Megayachten und Marineschiffe bauen und vermarkten.