Hamburger planen bundesweite Kioskkette

Bislang ist der Markt zersplittert. Valora Retail sieht gute Wachstumschancen

Hamburg. Der Hamburger Marktführer im deutschen Bahnhofsbuchhandel, Valora Retail, will den zersplitterten Kioskmarkt aufmischen. Nach Informationen des Abendblatts plant das Unternehmen (k presse + buch, Stilke) den Aufbau einer bundesweit agierenden Kette unter dem Namen k kiosk. Keimzelle für die Expansion ist die Firma Tabacon Franchise, die Valora zum Oktober dieses Jahres übernehmen wird. Sie verfügt derzeit über rund 180 Verkaufsstellen vornehmlich in Süd- und Ostdeutschland.

"Nach der Übernahme von Tabacon werden wir die Geschäfte in k kiosk umbenennen und das Sortiment verändern", sagte der Vorstandsvorsitzende der Schweizer Muttergesellschaft Valora Holding, Thomas Vollmoeller, gestern in der Hansestadt. Künftig solle es in den Kiosken mehr Lebensmittel wie Sandwiches oder andere Convenienceprodukte sowie mehr Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen geben. "Wenn die Umstellung der Tabacon-Läden in K-kiosk-Stellen erfolgreich verläuft, werden wir die Kette bundesweit ausbauen", so Vollmoeller weiter. "Wir streben eine flächendeckende Präsenz in Deutschland sowie einen signifikanten Marktanteil an." Für die Expansion will Valora weiter auf das erfolgreiche Franchisemodell von Tabacon setzen. Gesteuert wird der Ausbau der Kette künftig von der deutschen Valora Retail-Zentrale in Hamburg aus.

Bislang befinden sich die rund 20 000 Kioske in Deutschland überwiegend in der Hand von selbstständigen Kleinstunternehmern. "Der Markt ist im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern kaum konsolidiert", sagt Vollmoeller. Daher ergäben sich für Valora in diesem Segment interessante Wachstumsmöglichkeiten.

Erfolgskonzept kommt aus der Schweiz

Die Valora-Gruppe betreibt bereits heute rund 1000 Verkaufsstellen unter dem Namen k kiosk in der Schweiz. Die Läden bieten neben Zeitschriften und Lebensmitteln auch Bankdienstleistungen wie etwa weltweite Geldüberweisungen an. In Deutschland ist die Unternehmensgruppe vor allem im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel aktiv. Insgesamt kamen die Schweizer im ersten Halbjahr dieses Jahres auf einen Umsatz von 1,4 Milliarden Franken - ein Plus von 1,2 Prozent. Der Reingewinn erhöhte sich durch Kostenreduktion überproportional um 40 Prozent auf 26 Millionen Franken.