Karstadt-Übernahme

Borletti legt erneut ein Angebot für Karstadt vor

Das Angebot soll aber noch spärlich sein. Karstadts Insolvenzverwalter Görg hatte der ersten Borletti-Offerte bereits eine Absage erteilt.

Frankfurt. Kurz vor der entscheidenden Gläubigersitzung des Karstadt-Vermieters Highstreet hat der italienische Warenhausbetreiber Maurizio Borletti ein neues Angebot vorgelegt. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz, bestätigte am Freitag auf Anfrage einen entsprechenden Eingang. Zu weiteren Einzelheiten wollte er jedoch keine Stellung nehmen. „Es war auf den ersten Blick so spärlich, wir hätten es fast übersehen“, sagte Schulz.

Nach Angaben eines Borletti-Sprechers ist das Angebot in den Eckpunkten unverändert geblieben. Weiterhin werde ein Kaufpreis für Karstadt von 100 Millionen Euro geboten. Verändert worden seien lediglich einige technische Details. Im Rennen um Karstadt hat der Investor Nicolas Berggruen bereits Anfang Juni einen Kaufvertrag für die insolvente Warenhauskette unterzeichnet. Damit der Kaufvertrag gültig wird, muss er sich jedoch bis zum Donnerstag kommender Woche mit dem Karstadt-Vermieter- Konsortium Highstreet über die von ihm geforderten Mietsenkungen geeinigt haben. Erst nach Abschluss des offiziellen Bieterverfahrens hatte Borletti im August ein erstes Angebot abgegeben. Insolvenzverwalter Görg hatte der Borletti-Offerte eine Absage erteilt.

Am 2. September stimmen weitere Gläubiger von Highstreet über die neuen Mietkonditionen ab. Investor Nicolas Berggruen hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, sie hintertreibe seine Bemühungen um Karstadt und würde Borletti bevorzugen. Die Großbank wies das zurück: Sie habe „all ihre Möglichkeiten genutzt, um eine gedeihliche Lösung für Karstadt zu erreichen“, sagte ein Sprecher. Doch seien „andere Herr des Verfahrens“. Berggruen spiele mit der Angst der Mitarbeiter und wolle politischen Druck erzeugen.

Borletti wirbt damit, dass er rasch für Berggruen einspringen könnte. „Unser Kaufangebot kann in wenigen Tagen abschließend unterzeichnet werden“, sagte er der Zeitung. Mit Valovis hat er nach Angaben der Bank bisher allerdings nicht gesprochen.