Deutsche Bank sieht DAX zum Jahresende oberhalb von 6600

Experten halten Anlagen in Schwellenländern für attraktiv

Hamburg. Die Deutsche Bank erwartet weitere Kursaufschläge am deutschen Aktienmarkt. Zum Jahresende dürfte der Deutsche Aktienindex (DAX) voraussichtlich im Bereich zwischen 6600 und 6900 Punkten notieren, sagte Frank Schriever, Mitglied der Geschäftsleitung in Hamburg. "Das fundamentale Umfeld mit den niedrigen Zinsen ist weiter positiv, die Bilanzen der Unternehmen sind gesund", sagte Schriever. Schon wegen des niedrigen Euro-Kurses könnten Exportwerte von ihrer größeren Wettbewerbsfähigkeit profitieren.

Für die zweite Jahreshälfte 2010 seien aber auch Aktien und Staatsanleihen aus Schwellenländern attraktiv. Diese Länder verfügten wegen ihres niedrigeren Schuldenstands - im Schnitt etwa 40 Prozent gegenüber rund 100 Prozent in den Industrieländern - über solidere Haushalte, sagte Schriever.

In den vergangenen Monaten seien die Anleger angesichts der starken Schwankungen auf den Märkten allerdings "auf eine harte Probe gestellt worden", und mit derartiger Volatilität müsse man auf absehbare Zeit weiter rechnen. Daher spiele der Zeithorizont der Investition eine große Rolle: Allen, die ihr Geld für nicht viel länger als ein Jahr investieren wollen, könne man nur kurzfristige liquide Anlagen und eine Reduzierung des Risikos empfehlen.

Die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhter Inflationsraten habe zuletzt eher abgenommen, so Schriever, denn die Kapazitätsauslastung sei weltweit noch recht niedrig, und die Arbeitslosigkeit sei in vielen Staaten - wenn auch nicht in Deutschland - noch relativ hoch.

Zwar könne der Dollar kurzfristig wieder an Stärke gegenüber dem Euro gewinnen, doch auch der vor Kurzem erreichte Euro-Kurs von nur noch rund 1,20 Dollar sei nicht als nachhaltige Schwäche der Gemeinschaftswährung zu werten. Manche Kunden setzten jedoch auf Alternativen wie etwa die norwegische Krone sowie den australischen und den kanadischen Dollar, berichtete Schriever. Ein Investment in den Schweizer Franken hält der Experte hingegen aktuell nicht mehr für lohnend.