Der Bierdurst der Norddeutschen lässt besonders stark nach

Wiesbaden. Die Hamburger und Schleswig-Holsteiner haben im ersten Halbjahr deutlich weniger Bier getrunken als im gleichen Vorjahreszeitraum. Mit einem Rückgang um 3,5 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter fiel das Minus dabei stärker aus als im Bundesdurchschnitt (0,7 Prozent), wie aus Angaben des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern sank der Bierkonsum in Schleswig-Holstein und Hamburg auch im Juni - trotz der Fußballweltmeisterschaft. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

In den ersten drei Monaten hatte der Bierabsatz bundesweit noch über dem Vorjahresniveau gelegen. Im April hatten die deutschen Gastwirte dann aber angesichts des kalten Wetters über leere Biergärten und Terrassen geklagt. Auch die Fußball-WM konnte den Bierkonsum insgesamt nicht ins Plus hieven - obwohl der Absatz im ersten WM-Monat Juni um 7,8 Prozent in die Höhe schnellte. Die Brauereien und Bierlager hierzulande setzten im ersten Halbjahr 49,0 Millionen Hektoliter Bier ab. Auch Biermischungen - also Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen - wurden in den ersten sechs Monaten weniger getrunken.

Der Bierkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren. Kleinere Ausschläge nach oben gab es aber auch schon 2006, als ein warmer Sommer und die Fußball-WM in Deutschland zusammenkamen. 2000 hatte der Bierabsatz im Gesamtjahr laut Statistischem Bundesamt noch bei fast 110 Millionen Hektolitern gelegen. Der Brauerbund nennt als Hauptursache für den zurückgehenden Bierkonsum die demografische Entwicklung: Weniger Menschen trinken weniger Bier.