Allianz sagt Oststeinbek-Plan ab und bleibt in Hamburg

Firmensitz für 1000 Mitarbeiter wird das ehemalige Esso-Haus

Hamburg. Nur wenige Wochen vor seinem Rücktritt als Wirtschaftssenator kann Axel Gedaschko (CDU) nochmals einen Erfolg verbuchen. Gestern teilte der Versicherungskonzern Allianz mit, dass er mit seinem 1000 Mitarbeiter starken Bereich Nordwest entgegen früheren Plänen in der Hansestadt bleiben und nicht ins Umland nach Oststeinbek ziehen wird.

Im Vorfeld liefen nach Informationen des Abendblatts in der Wirtschaftsbehörde und in der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) die Drähte heiß. Unter anderem wurden verschiedene Makler beauftragt, geeignete Alternativen innerhalb der Stadtgrenze zu finden. Denn es wäre äußerst blamabel gewesen, wenn ausgerechnet der Branchenprimus dem Versicherungsstandort Hamburg den Rücken gekehrt hätte. Denn schon in den vergangenen Jahren gab es einen Aderlass. So hat der Talanx-Konzern 2006 seine Hamburger Tochter Aspecta mit damals 420 Mitarbeitern nach Hannover umgesiedelt. In diesem Jahr wird zudem die Traditionsmarke Hamburg-Mannheimer vom Markt verschwinden. Das Unternehmen wird im Ergo-Konzern aufgehen.

Umzug erst 2012, weil der neue Firmensitz noch renoviert wird

Jetzt hat der Allianz-Vorstand beschlossen, das Unternehmen in die City Nord ins ehemalige Esso-Gebäude zu verlagern. Die Mietverhandlungen wurden aufgenommen. Bei dem Gebäude am Kapstadtring handelt es sich um einen Bau aus den 60er-Jahren, der grundlegend saniert werden soll. Deshalb findet der Umzug der Allianz erst im zweiten Halbjahr 2012 statt. In Oststeinbek hatte man der Allianz einen Neubau angeboten, aber letztlich hätten laut dem Konzern neben Kostenaspekten auch qualitative Faktoren den Ausschlag für die Metropole gegeben. "Wir haben alle Optionen sorgfältig geprüft und die Vor- und Nachteile miteinander abgewogen. Ich freue mich, dass die Betriebsräte die getroffene Entscheidung mittragen", sagte Allianz-Personalvorstand Wolfgang Brezina. Nachdem klar wurde, dass das jetzige Allianz-Gebäude am Großen Burstah als wirtschaftlich nicht mehr tragfähig galt, wehrten sich die Mitarbeiter gegen einen Wegzug aus Hamburg.

"Dies ist eine weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts Hamburg. Wir haben uns lange und intensiv bemüht, das Unternehmen in Hamburg zu halten, umso mehr freue ich mich, dass dies jetzt gelungen ist", kommentierte Hamburgs Noch-Bürgermeister Ole von Beust (CDU) die Entscheidung. "Damit unterstreicht die Stadt seine Bedeutung als starker Versicherungsstandort in Deutschland", ergänzte Gedaschko.