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Premiere-Aktie stürzt nach Bundesliga-Stopp ab

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Foto: fpt_hae / dpa

Der Bezahlsender setzt die Kooperation mit dem Konkurrenten Arena aus: Das Bundeskartellamt braucht länger, um zu prüfen, ob die Sender sich zusammentun dürfen. Darum gibt es für Neukunden vorerst keine Bundesliga über Satellit. Der Premiere-Kurs stürzte daraufhin ab.

„Die Prüfung durch das Kartellamt ist langwieriger und umfassender als erwartet“, sagte Premiere-Chef Georg Kofler zur Begründung. Die beiden Bezahl-Fernsehsender kündigten darum an, die Vermarktung von Arena an Satelliten-Kunden von Premiere auszusetzen. Premiere-Investoren verkauften massiv Aktien. Der Kurs brach in der Spitze um rund neun Prozent auf 15,59 Euro ein, die Aktie war größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Bereits verkaufte Abonnements sind nicht betroffen, ebenso wenig die weiter laufende Verbreitung von Arena über das Kabelnetz. Für die derzeitigen Kunden, die das Live-Angebot bereits nutzten, ändere sich nichts. „Kein Bildschirm bleibt am Wochenende schwarz.“ Wer bereits über die Premiere-Satellitenplattform das Arena- Angebot gebucht hat, kann die Bundesliga auch laut Mitteilung von Premiere weiter live sehen. Die Sendungen über Kabelnetze seien nicht betroffen. Premiere erklärte zudem, beide Unternehmen wollten die Bedenken des Kartellamts so schnell wie möglich ausräumen. „Spätestens bis zum 31. Mai 2007 wollen die Vertragspartner ein kartellrechtlich unbedenkliches Modell entwickeln“, hieß es.

Geschäftspläne in Gefahr

Sollte die Vertriebsvereinbarung nämlich platzen, wären nicht nur die Geschäftspläne der Firmen in Gefahr. Auch könnte der Einstieg der Arena-Mutter Unity Media bei Premiere mit 16,7 Prozent der Aktien scheitern. Das Bundeskartellamt wollte sich zu seinen konkreten Bedenken nicht äußern. Die Behörde kündigte aber an, die am 8. Februar verkündete Vereinbarung von Arena und Premiere in allen Einzelheiten zu prüfen. Hierfür habe man zunächst eine Zeitspanne bis Ende Mai angesetzt. Eine Verlängerung der Prüfung wollte eine Sprecherin auf Anfrage nicht ausschließen.

Premiere war bei der Vergabe der Bundesliga-Rechte ursprünglich leer ausgegangen und hatte gegen Arena den Kürzeren gezogen. Durch die Kooperation mit Arena konnte der Sender seinen Kunden aber doch wieder Live-Fußball der höchsten deutschen Spielklasse über die eigene Plattform zeigen. Im Gegenzug sollte die Arena-Mutter Unity Media über eine Kapitalerhöhung größter Premiere-Aktionär werden. Das Aktienpaket sollte an ein unabhängiges Finanzinstitut übertragen werden, das als Treuhänder fungiert hätte.

Führung hält an Zielen fest

Die Premiere-Führung hält trotz der wettbewerbsrechtlichen Probleme zumindest vorerst an ihren Geschäftszielen fest. Es sei zu früh, um die Prognosen zu ändern, sagte ein Sprecher des Münchener Unternehmens. Sollte es überhaupt zu einem solchen Schritt kommen, werde dieser anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal erfolgen. Diese ist für den 10. Mai angesetzt. Im Februar hatte der Sender angekündigt, dank der Kooperation mit Arena 2007 bei einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebitda) von 120 bis 140 Millionen Euro einfahren zu wollen. Auch Unity Media hatte sich Impulse von der Zusammenarbeit erhofft und erklärt, früher als geplant bereits 2007 in die schwarzen Zahlen kommen zu wollen. Ein Sprecher der Arena-Muttergesellschaft ließ am Mittwoch offen, ob diese Zielvorgabe weiter bestand hat.

Quelle: Welt Online

( dpa/Reuters/ap )

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