IWF erhöht Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft

Auch Zehnjahreshoch für deutschen Export ist positives Signal

Hongkong/Wiesbaden. Jetzt häufen sich die positiven Nachrichten zur Konjunktur: Der Internationale Währungsfonds korrigiert seine Wachstumsprognose erneut nach oben, der deutsche Export schafft Rekordzuwächse und auch das produzierende Gewerbe vermeldet Zuwachsraten.

Dass es mit der Weltwirtschaft nun schneller bergauf geht, liegt vor allem an den Zugpferden China und Indien. Zu dieser Einschätzung gelangt der Internationale Währungsfonds (IWF) und hob gestern seine Prognose um 0,4 Punkte auf 4,6 Prozent an. Ein erneuter Konjunktursturz sei unwahrscheinlich, sagte Chefökonom Olivier Blanchard in Hongkong.

Für die Euro-Zone bessern sich wegen der Schuldenberge die Aussichten nicht

Allerdings sieht er in den gigantischen Schuldenbergen in Europa ein Risiko. Für die Euro-Zone besserten sich die Aussichten daher nicht: Der IWF blieb bei 1,0 Prozent in diesem Jahr und korrigierte die Prognose für nächstes Jahr sogar um 0,2 Punkte nach unten, auf 1,3 Prozent. Blanchard sieht "Wolken am Konjunkturhimmel: Die finanzpolitischen Spannungen in Europa, die (Frage nach der) Solvenz der Banken wirft Unsicherheiten auf, die Risikobereitschaft wird geringer, Kredite sind schwieriger zu haben. Für Deutschland erwartet der IWF jetzt 1,4 Prozent - 0,2 Punkte mehr als im April. 2011 aber geringfügig weniger als im April: 1,6 Prozent. Weltweit rechnet der IWF für 2011 unverändert mit 4,3 Prozent Wachstum. Angetrieben vor allem von aufstrebenden asiatischen Ländern wie China (plus 10,5 Prozent), Indien (plus 9,4) und dem boomenden Brasilien (plus 7,1).

Deutscher Außenhandel "sprintet mit aller Kraft aus der Krise"

Weltweit können sich Unternehmen und Verbraucher wieder mehr Produkte "made in Germany" leisten: Deutsche Unternehmen lieferten im Mai Waren im Wert von 77,5 Milliarden Euro ins Ausland - im Vergleich zum April ein Plus von 9,2 Prozent und im Vergleich zum Mai 2009 ein Plus von 28,8 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vorjahresvergleich war es sogar der höchste Anstieg seit zehn Jahren. Schon jetzt lasse sich absehen, dass die Ausfuhren im ersten Halbjahr "alle Erwartungen übertreffen" würden, erklärte der Außenhandelsverband BGA. Der Außenhandel "sprintet mit aller Kraft aus der Krise".

Positive Zahlen gab es auch aus dem produzierenden Gewerbe. Nach vorläufigen Angaben für den Mai nahm die Erzeugung im produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent zu, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.