Landwirte in der Hansestadt klagen über fallende Preise

Hamburg. Die Lage der Landwirte in Deutschland hat sich nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes zuletzt gebessert - trotzdem sind die Sorgen der Wirtschaftskrise noch nicht abgehakt. "Wir spüren, dass es wieder aufwärts geht", sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner der "Passauer Neuen Presse". Die Agrarexporte steigen demnach wieder, und auch hierzulande entwickle sich die Nachfrage positiv. Dennoch bleibe die finanzielle Situation vieler Betriebe schwierig, sagte Sonnleitner: "Nachfrage und Preise steigen erst seit einigen Monaten. Die Frage ist, wie nachhaltig dies ist."

Ähnliche Sorgen haben auch die Hamburger Bauern. Noch immer kämpfen die knapp 1000 landwirtschaftlichen Betriebe der Hansestadt mit den Folgen der Wirtschaftskrise. Die aktuelle Ernte sei zwar gut, sagte der Hamburger Bauernpräsident Heinz Behrmann dem Abendblatt. Das wechselhafte Wetter habe aber die Preise verdorben. Beispiel Erdbeeren: "Wegen des kalten Frühjahrs gab es eine Reifeverzögerung", sagte Behrmann. "Durch das plötzlich einsetzende Sommerwetter wurden dann alle Früchte auf einmal reif, es kamen zu viele auf den Markt, und die Preise sanken." Ähnlich sei es mit Spargel geschehen, auch bei Äpfeln seien die Preise wegen des übergroßen Angebots in diesem Sommer unterdurchschnittlich.

Im vergangenen Jahr hatten besonders die Milchbauern stark unter den drastisch gefallenen Erzeugerpreisen gelitten. Mittlerweile hat sich bei ihnen dem Hamburger Bauernverband zufolge die Situation stabilisiert. Butter und Käse seien teurer geworden, die Preise wesentlich besser als im Vorjahr. Allerdings: "Die Landwirte verdienen noch nicht wieder genug Geld, um die Umsatzeinbußen der vergangenen beiden Jahre auszugleichen."