Russen wollen angeblich Teile von Infineon kaufen

München. Spekulationen auf einen neuen Großaktionär aus Russland haben dem Aktienkurs von Infineon nach oben geholfen. Mit einem Kursplus von fast drei Prozent waren die Titel des Chipherstellers gestern größter Dax-Gewinner. Auslöser war ein Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach Russland auf einen Einstieg bei Infineon drängt. Präsident Dimitri Medwedew und Premierminister Wladimir Putin hätten in Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel insistiert, dass der russische Mischkonzern Sistema mit 29 Prozent einsteigen dürfe. Das Kanzleramt habe sich daraufhin bereit erklärt, als Vermittler aufzutreten, hieß es ohne Quellenangabe. Merkel habe ihren Wirtschaftsberater Jens Weidmann beauftragt, die Lage bei Infineon zu sondieren.

Aus deutschen Regierungskreisen verlautete dagegen, die Kanzlerin habe sich lediglich positiv zu einer deutsch-russischen Zusammenarbeit im Chipsektor geäußert. Von der Regierung in Moskau war keine Stellungnahme zu erhalten. Ein Infineon-Sprecher sagte: "Wir führen keine Gespräche." Sistema wollte sich nicht äußern.