Siemens möchte jetzt eigenes Geldhaus gründen

München. Der Technologiekonzern Siemens will seine eigene Bank gründen. "Wir haben vor einiger Zeit eine Banklizenz beantragt", sagte Finanzvorstand Joe Kaeser der "Süddeutschen Zeitung". Er hoffe, diese in nächster Zeit von der Bankenaufsicht BaFin zu erhalten. Demnach plant Siemens aber keine Kundenbank, sondern will sich angesichts der Finanzkrise unabhängiger von Kreditinstituten machen und Bankgeschäfte für sich selbst tätigen.

"Unsere Liquidität liegt derzeit bei fast neun Milliarden Euro, dafür brauchen wir insbesondere sichere Anlagemöglichkeiten", sagte Kaeser. "Das könnten wir in Zukunft eben dann selbst mitgestalten." Die Bankenkrise habe deutlich gemacht, dass auch Bankkunden in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Das eigene Geldhaus verschaffe dem DAX-Konzern direkten Zugang zu den Zentralbanken. So können die Münchner ihre milliardenschweren Mittel sicherer anlegen und sich zudem Geld zu günstigeren Konditionen bei der Bundesbank leihen. Kaeser: "Nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre sehe ich hier realen Handlungsbedarf."