Gericht verurteilt Ex-Manager von MAN zu Bewährungsstrafe

Angeklagter räumt Schmiergeldzahlungen ein

München. Mit einer Bewährungsstrafe für den früheren Spitzenmanager Heinz Jürgen M. ist der erste Prozess in der MAN-Korruptionsaffäre zu Ende gegangen. Das Münchner Landgericht verurteilte gestern den früheren Chef der Turbomaschinensparte zu zwei Jahren auf Bewährung wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr, weil er Verantwortliche eines staatlichen Gaskonzerns in Kasachstan mit rund neun Millionen Euro geschmiert hatte. Das Urteil entspricht einer vorherigen Absprache mit der Kammer. Zudem muss der heute 66 Jahre alte Rentner, der nach eigenen Angaben noch immer über monatliche Einnahmen von 9500 Euro netto verfügt, als Bewährungsauflage 100 000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

Der Richter lobte die Größe und Geradlinigkeit des Angeklagten

"Dieser Angeklagte hat von Anfang an den ihm zur Last gelegten Sachverhalt ohne Wenn und Aber eingeräumt", lobte der Vorsitzende Richter Joachim Eckert. Eckert sagte, der frühere MAN-Spitzenmanager habe die Verantwortung für seine Taten übernommen und nicht versucht, die Schuld auf Untergebene abzuschieben. Diese heute nicht mehr übliche Größe und Geradlinigkeit zeichne die alte Garde der Unternehmer aus, lobte der Vorsitzende. Eckert stellte allerdings klar, dass es der deutschen Wirtschaft nicht schadet, "wenn man nicht besticht. Die Geschäfte laufen trotzdem sehr, sehr gut."

Der ehemalige Topmanager, der sein ganzes Berufsleben für MAN gearbeitet hat, bekräftigte in seinem letzten Wort, er habe geglaubt, im Interesse des Unternehmens zu handeln. Der gelernte Industriekaufmann hatte die Bestechung damit gerechtfertigt, dass er sich Folgeaufträge in Milliardenhöhe sowie den Einstieg in den wichtigen kasachischen Markt erhofft habe.

Die MAN-Korruptionsaffäre war im Mai 2009 öffentlich bekannt geworden. Zahlreiche hochrangige Manager mussten in der Folge ihre Posten räumen, darunter auch Vorstandschef Hå- kan Samuelsson. Das Verfahren gegen den MAN-Konzern selbst wurde gegen Zahlung eines Bußgelds von 151 Millionen Euro eingestellt. Der Münchner DAX-Konzern prüft Schadenersatzforderungen gegen in die Affäre verwickelte Mitarbeiter. Weitere Ermittlungen der Justiz laufen.